Am vergangenen Wochenende verwandelte die Hanoi University of Culture ihren Campus in eine Bühne für die Vielfalt vietnamesischer Volkskulturen. Das Festival der vietnamesischen ethnischen Kulturen 2026 verband Ausstellungsstände mit Live‑Performances und einem Musikprogramm zur Begrüßung der neuen Studierenden des Jahrgangs K67 „Moonpulse“ und lockte laut Veranstalter Tausende junge Menschen in eine lebhafte, gemeinschaftliche Atmosphäre.
Regionale Identitäten als Lernraum
Organisiert von Studentenverband und Jugendorganisation der Hochschule, bot das Festival den Studierenden die Gelegenheit, regionale Besonderheiten Vietnams praktisch zu erfahren. Auf dem Gelände waren mehrere Themeninseln eingerichtet, an denen Kleidung, lokale Speisen, Gebrauchsgegenstände und Dekorationen präsentiert wurden. Studierende führten die Angebote vor Ort vor und luden zum Mitmachen ein, sodass der Besuch nicht nur aus Anschauen, sondern aus aktivem Erleben bestand.
Ein besonders ausgearbeiteter Stand der Fakultät für Kulturwissenschaften widmete sich dem Gebiet des Mekong‑Deltas. Dort erinnerten Darstellungen von Booten und Kanus, Kegelhüten sowie typischen Früchten und Produkten an den Alltag der südwestlichen Regionen Vietnams. Studierende trugen traditionelle Blusen und Kegelhüte und erklärten die ausgestellten Waren und Speisen direkt am Stand.
Hochland‑Atmosphäre und Handwerk
Die Fakultät für Tourismus präsentierte ihren Beitrag unter dem Titel „Echoes of the Central Highlands“. Der Eingangsbereich war mit einem Bambusrahmen versehen, dekoriert mit Blumenarrangements und einem bronzenen Gong als symbolischem Bezug zur Hochlandtradition. Allgemein dominierten authentische Materialien und Inszenierungen, die den Besucherinnen und Besuchern einen Eindruck von Alltagskultur und Ritualen vermitteln sollten.
- Interaktive Stände: Aktivstationen, an denen Studierende traditionelle Tätigkeiten vorführten.
- Kulinarische Kostproben: Regionale Speisen als Zugang zu kultureller Identität.
- Musik und Performance: Ein begleitendes Festivalprogramm zur Begrüßung des Jahrgangs K67 „Moonpulse“.
Das Festival stellte damit nicht allein fertige Exponate aus, sondern setzte auf partizipative Elemente: Beobachten, Teilnehmen und direkte Vermittlung durch Studierende sind zentrale Formate, um Wissensvermittlung und Identitätsarbeit zu verknüpfen.
Ein Ort der Begegnung von Tradition und Jugend
Die Kombination aus Ethnokultur‑Präsentation und einem Musikfestival als Willkommensveranstaltung für neue Studierende verweist auf eine Absicht, traditionelle Ausdrucksformen in einen zeitgenössischen Campuskontext zu integrieren. Das schafft für junge Menschen einen Raum, in dem kulturelles Erbe nicht abstrakt, sondern erfahrbar wird. Zugleich dient die Veranstaltung als Plattform für interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fakultäten.
| Region/Stand | Hervorgehobene Elemente |
|---|---|
| Mekong‑Delta | Boote, Kegelhüte, Früchte, typische Produkte, traditionelle Kleidung |
| Central Highlands | Bambusrahmen, Blumenarrangements, bronzener Gong, Hochland‑Atmosphäre |
Über die unmittelbare Campusbeteiligung hinaus lässt sich das Festival als Beitrag zur Bewahrung und Aufwertung regionaler Kulturen lesen. In Vietnam, einem Land mit zahlreicher ethnischer Diversität, sind solche Initiativen ein Weg, kulturelles Wissen an junge Generationen weiterzugeben und zugleich künstlerische sowie wissenschaftliche Auseinandersetzung zu fördern.
Für die Hochschule selbst bedeutet die Veranstaltung eine Gelegenheit, ihr Profil als Ort kultureller Bildung zu schärfen: Studierende können praxisnahes Wissen erproben, Lehrende erhalten Anschauungsmaterial für die Lehre, und die universitäre Öffentlichkeit wird als Diskursraum sichtbar. Ob und wie sich die präsentierten Traditionen in den Alltag der Studierenden einfügen, bleibt eine offene Frage — das Festival legt jedoch eine Basis für fortgesetzte Vermittlungsarbeit.
Insgesamt zeigte das Wochenende in Hanoi, wie universitäre Kulturarbeit traditionelle Ausdrucksformen mit zeitgenössischen Jugenderfahrungen zusammenführen kann. Für viele Besucherinnen und Besucher boten die Stände und Darbietungen nicht nur Information, sondern auch unmittelbare, sinnliche Begegnung mit regionaler Identität.