Mit dem Beginn der kühleren Jahreszeit nimmt die Zahl der Atemwegsinfekte deutlich zu. Laut dem Jahresbericht des Schweizerischen Bundesamts für Gesundheit (BAG) fiel die Grippewelle 2024/2025 besonders kräftig aus: Insgesamt gab es im Berichtszeitraum rund 570.000 Arztkonsultationen wegen akuter Atemwegsinfekte, davon etwa 300.000 wegen grippeähnlicher Erkrankungen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das laut BAG einem Anstieg von rund 46 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen, wie zentral einfache Schutzmaßnahmen in der Bevölkerung bleiben.
Warum Händewaschen wirkt
Viele Erreger von Atemwegsinfekten — darunter Influenzaviren und Rhinoviren — werden zwar auch über die Luft übertragen, gelangen aber häufig über die Hände zu Schleimhäuten von Mund, Nase oder Augen. Gründliches Händewaschen mit Seife entfernt diese Erreger zuverlässig und verringert so die Weitergabe im Alltag. Fachleute empfehlen dabei eine Einseifdauer von 20 bis 30 Sekunden; nur dann ist die Reduktion der Keimlast wirklich wirksam.
Wer ist besonders betroffen?
Der BAG-Bericht zeigt, dass besonders Kleinkinder bis vier Jahre eine hohe Rate an Arztkonsultationen wegen Atemwegsinfekten aufwiesen. In den untersuchten Sentinella-Proben fanden die Expertinnen und Experten neben Influenza in etwa 18 Prozent der Fälle auch Rhinoviren — klassische Erkältungsviren. Diese Daten machen deutlich, dass vor allem Familien mit kleinen Kindern auf konsequente Hygienemaßnahmen achten sollten.
Praktische Empfehlungen
Händehygiene ist eine einfache, kostengünstige und wissenschaftlich belegte Maßnahme. Sie ersetzt nicht andere Schutzstrategien, ergänzt sie jedoch sehr effektiv. Wichtige Punkte sind:
- Richtig einseifen: Mindestens 20–30 Sekunden, inklusive Handrücken, Zwischenräume und Fingernägel.
- Regelmäßigkeit: Vor dem Essen, nach Kontakt mit öffentlichen Flächen, nach Naseputzen oder Husten und nach dem Betreuen von Erkrankten.
- Kombination mit Lüften und Impfungen: Händewaschen ergänzt das regelmäßige Lüften geschlossener Räume und die empfohlenen Impfungen gegen Influenza und andere Erreger.
| Maßnahme | Empfehlung |
|---|---|
| Einseifdauer | 20–30 Sekunden |
| Wichtigste Ergänzungen | Lüften, empfohlene Impfungen |
| Besonders gefährdete Gruppe | Kleinkinder bis 4 Jahre |
Konsequenzen für Alltag und Gesundheitssystem
Die hohe Zahl an Konsultationen im Berichtszeitraum belastet nicht nur Betroffene, sondern auch Praxen und Spitäler. Präventive Verhaltensweisen wie konsequentes Händewaschen können dazu beitragen, die Übertragungswege zu unterbrechen und die Gesamtzahl der Erkrankungen zu reduzieren. Insbesondere in kollektiv genutzten Räumen — Büros, Schulen, öffentlichen Verkehrsmitteln — ist Händehygiene ein einfach umsetzbarer Beitrag zur Infektionsprophylaxe.
Für Eltern bedeutet das: Kinder spielerisch an die richtige Technik heranführen, regelmäßiges Händewaschen zur Routine machen und bei Infektsymptomen besondere Vorsicht walten lassen. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können durch zugängliche Waschmöglichkeiten, Seife und Hinweise an Sanitäranlagen Unterstützung leisten.
Die Wirkung einzelner Maßnahmen sollte realistisch eingeschätzt werden: Händehygiene ist kein Allheilmittel, reduziert aber nachweislich die Weitergabe vieler Krankheitserreger. In Kombination mit Lüften und Impfungen stellt sie ein sinnvolles, evidenzbasiertes Paket dar, um die Herbst- und Wintersaison gesundheitlich besser zu überstehen.
Quellen: Jahresbericht Bundesamt für Gesundheit 2024/2025; Sentinella-Probenanalyse (BAG).