Ein ausgedehnter Waldbrand im Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) gilt nach Angaben der Feuerwehr inzwischen als unter Kontrolle, das Ende des Einsatzes ist jedoch noch nicht in Sicht. Das Feuer hat sich wegen der anhaltenden Trockenheit rasch auf eine Fläche von rund 60 Hektar ausgebreitet und zwang etwa 250 Bewohnerinnen und Bewohner einer benachbarten Siedlung zur vorsorglichen Evakuierung.
Einsatzlage und Vorgehen
Die Brandbekämpfung konzentrierte sich in der Nacht auf das gezielte Ablöschen von Glutnestern. Insgesamt waren laut Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas in der Nacht bis zu 350 Feuerwehrleute mit Löschrücksäcken im Gelände unterwegs und löschten Glutnester systematisch ab. Windböen entzündeten einzelne Bereiche immer wieder neu, die verbliebenen Kräfte konnten diese jedoch eindämmen. Am Samstag wurden die Kräfte ausgetauscht; seither setzen die Freiwilligen die sogenannte „Bodenbearbeitung“ fort. Dabei werden Glutnester im Unterstand mit Werkzeugen geöffnet und endgültig gelöscht.
„Heute sollte kein Wind kommen, also das sollte für uns positiv sein, aber wir sind noch lange nicht fertig.“
Die Feuerwehr verzichtet mittlerweile auf Hubschrauber-Einsätze; die Nachtüberwachung erfolgte stattdessen großteils per Drohne, mit der heiße Stellen im Boden lokalisiert wurden. Trotz sichtbarer Löschfortschritte verlangen die Gegebenheiten weiterhin Brandwachen und Nachlöscharbeiten in den kommenden Tagen.
Betroffene Personen und Schutzmaßnahmen
Die vorsorgliche Evakuierung betraf rund 250 Personen. Eine Notunterkunft mit Feldbetten wurde eingerichtet, viele der Betroffenen fanden vorübergehend Unterkunft bei Angehörigen oder Freunden. Laut Lukas konnten die unmittelbar bedrohten Wohnhäuser gerettet werden; Einsatzkräfte hielten Verteidigungsstellungen bis etwa 50 Meter vor den Gebäuden.
Die Feuerwehr betont, dass die Lage zwar stabilisiert sei, die Gefahr aber nicht gebannt: Im Boden befindliche Glutnester können sich bei ungünstigen Windverhältnissen wieder entzünden und neue Brandherde auslösen. Daher sei eine intensive Kontrolle der Fläche notwendig.
Ressourcen und Organisation
Die Bekämpfung des Brandes erforderte den koordinierten Einsatz zahlreicher freiwilliger Feuerwehren und Hilfskräfte. Die wichtigsten Einsatzkennzahlen:
- Fläche: rund 60 Hektar
- Einsatzkräfte in der Nacht: bis zu 350 Feuerwehrleute
- Einsatzkräfte am Samstag: rund 250 Freiwillige vor Ort
- Evakuierte Personen: rund 250
| Parameter | Zahl |
|---|---|
| Betroffene Fläche | 60 ha |
| Feuerwehrkräfte (Nacht) | 350 |
| Freiwillige am Samstag | 250 |
| Evakuierte | 250 |
Hintergrund und Folgen
Die Feuerwehr nennt die anhaltende Trockenheit als maßgeblichen Faktor für die Geschwindigkeit der Brandausbreitung. Das Feuer war am Freitagnachmittag ausgebrochen und weitete sich rasch aus. Die betroffenen Flächen im Föhrenwald werden nach dem Löschen genauer untersucht werden müssen, um ökologische Schäden und die langfristige Gefährdung durch Schwelbrände zu beurteilen.
Für die Bevölkerung bleiben Warnungen und Hinweise der Einsatzleitung relevant. Die weiterhin erforderlichen Brandwachen und Nachkontrollen bedeuten, dass die Einsatzkräfte voraussichtlich noch mehrere Tage mit Lösch- und Kontrollmaßnahmen beschäftigt sein werden. Welche weiteren Maßnahmen seitens der Behörden (etwa Sperren, Evakuierungsanordnungen oder Unterstützung für Betroffene) folgen, war zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht abschließend bekannt.
Die Feuerwehrarbeit in St. Egyden zeigt erneut die Bedeutung lokaler Freiwilligenstrukturen und die Herausforderung, bei extremeren Witterungsbedingungen Brände flächig und nachhaltig zu löschen.