Im Freibad der Stadtgemeinde Althofen (Nordosten Kärntens) gibt es seit kurzem eine Regelung, die Besucher ab 18.30 Uhr kostenlos einlässt. Die Aktion klingt zunächst verlockend, sorgt aber für Unmut bei Teilen der Badegäste: Das Bad beendet den Betrieb um 19.00 Uhr, und nach Angaben eines Beschwerdeführers beginnt die Räumung des Beckens bereits deutlich früher.
Beschwerde: Gratis-Zeitraum praktisch kaum nutzbar
Ein Mann meldete sich gegenüber der „Kleinen Zeitung“ und kritisierte, dass der freie Eintritt de facto kaum einen Mehrwert biete, wenn er nur für ein kurzes Abkühlen genutzt werden könne. Der Badegast schildert, der Bademeister fordere die Besucher schon gegen 18.45 Uhr auf, das Wasser zu verlassen. Damit bliebe vom offiziell halbstündigen Gratis-Zeitraum faktisch nur ein kurzes Fenster für tatsächliches Baden.
„Ich fühle mich veralbert“, berichtet der Badegast gegenüber der Zeitung.
Die Kritik zielt nicht nur auf die reine Zeitspanne, sondern auch auf die Erwartungshaltung: Wer nach der Arbeit ins Freibad kommt, wolle sich entspannen und nicht gleich wieder an das Ende der Öffnungszeit erinnert werden, so der Einwand.
Gemeinde verteidigt Regelung
Bürgermeister Walter Zemrosser (Liste für Alle) verteidigte laut Berichten die Praxis. Er erläuterte gegenüber „Heute“, dass der reguläre Betrieb des Freibads um 19.00 Uhr ende und danach die technischen Anlagen heruntergefahren würden. Der kostenlose Abend-Einritt richte sich demnach vor allem an Personen, „die nach der Arbeit noch kurz ins Wasser wollen“.
Konsequenzen und praktische Hinweise
Die Diskussion um die Kurzzeit-Aktion berührt mehrere Aspekte kommunaler Freibadpolitik: Zugänglichkeit für arbeitende Bevölkerung, Personal- und Technikabläufe sowie die klare Kommunikation von Öffnungszeiten. Für Badegäste und Gemeinden ergeben sich daraus einfache, praktische Konsequenzen:
- Vor dem Besuch Öffnungszeiten prüfen: Wer die halbe Stunde nutzen möchte, sollte sich vergewissern, ob das Badepersonal tatsächlich bis 19.00 Uhr im Wasser bleiben lässt.
- Früher kommen: Wer entspannter schwimmen will, sollte etwas früher anreisen und die reguläre Öffnungszeit nutzen.
- Direkt nachfragen: Bei Unsicherheit ist ein kurzes Gespräch mit dem Bademeister oder der Gemeinde sinnvoll, um Missverständnisse zu vermeiden.
Solche Hinweise sind keine Lösung für strukturelle Fragen — etwa ob die Öffnungszeiten geändert oder die halbstündige Aktion verlängert werden soll —, zeigen aber, wie Besucher kurzfristig reagieren können.
Kurzübersicht der Zeiten
| Regel | Angabe |
|---|---|
| Beginn Gratis-Eintritt | 18.30 Uhr |
| Offizielles Ende Betrieb | 19.00 Uhr |
| Gemeldeter Beginn der Räumung | ca. 18.45 Uhr (Bericht eines Badegastes) |
Die Gemeinde betont die technische Notwendigkeit des Herunterfahrens der Anlagen nach Betriebsschluss. Kritiker halten dem entgegen, dass eine halbe Stunde nur dann sinnvoll sei, wenn sie auch tatsächlich genutzt werden könne.
Die Debatte in Althofen ist ein Beispiel dafür, wie gut gemeinte Angebote an der praktischen Umsetzung scheitern können — und wie wichtig transparente Kommunikation zwischen Gemeinde, Personal und Besuchern ist. Für Badegäste empfiehlt sich derzeit, die lokalen Hinweise genau zu beachten und gegebenenfalls direkt vor Ort nachzufragen, bevor sie sich auf den kurzen Gratis-Aufenthalt verlassen.
Weitere Reaktionen der Gemeinde oder mögliche Anpassungen der Regelung standen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht fest.