Der deutsche Generalinspekteur Carsten Breuer ist zum neuen Vorsitzenden des Nato‑Militärausschusses gewählt worden. Das Gremium bestellte ihn in einer Sitzung in Kopenhagen zum Nachfolger des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone. Breuer setzte sich gegen die kanadische Generalstabschefin Jennie Carignan durch. Sein Amtsantritt ist für Juli 2027 geplant.
Rolle und Bedeutung des Postens
Der Vorsitz des Militärausschusses gehört zu den einflussreichsten militärischen Positionen innerhalb der Nato. Der Amtsinhaber ist wichtigster militärischer Berater des Nato‑Generalsekretärs und fungiert als Bindeglied, über das Empfehlungen der Generalstabschefs an die politischen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. In dieser Rolle muss der Vorsitzende die Perspektiven aller Mitgliedstaaten zusammenführen und militärische Ratschläge erarbeiten.
Breuers Wahl im Bündnis
Die Entscheidung in Kopenhagen gilt innerhalb der Allianz nicht nur als Personalentscheidung, sondern auch als Auszeichnung für die Beiträge Deutschlands zur Stärkung europäischer Verteidigungsfähigkeiten. Nach Nato‑Angaben liegt Deutschland bei den Verteidigungsausgaben in Europa derzeit mit rund 125 Milliarden Euro an der Spitze. Zudem besetzt die Bundesrepublik heuer mehr Spitzenposten in der militärischen Kommandostruktur als die USA.
„Die Unterstützung der Generalstabschefs unserer Nato‑Verbündeten bedeutet mir viel. Im Bündnis liegen große Aufgaben vor uns - für unsere Sicherheit und den Frieden in Europa und darüber hinaus“,
schrieb Breuer der Deutschen Presse‑Agentur und dankte „für das in mich gesetzte Vertrauen“.
Kontinuität und historische Einordnung
Der bislang letzte Deutsche in diesem Amt war General Harald Kujat. Kujat, ebenfalls ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, leitete den Militärausschuss von Juli 2002 bis Juni 2005. Breuers Weg auf den Posten folgt damit einer historischen Linie deutscher Generalinspekteure, die in der Nato Führungsverantwortung übernehmen.
| Posten | Name | Zeitraum / Start |
|---|---|---|
| Vorgänger | Giuseppe Cavo Dragone | bis Wahl 2026 |
| Gewählter Vorsitzender | Carsten Breuer | Beginn: Jänner 2027 (Amtsantritt geplant: Juli 2027) |
| Letzter Deutscher auf Posten | Harald Kujat | Juli 2002 – Juni 2005 |
Auswirkungen für Deutschland und das Bündnis
Die Wahl hat mehrere praktische und symbolische Effekte:
- Sie stärkt die deutsche Stimme in der Nato‑Führung und erhöht den Einfluss der Bundeswehr in strategischen Fragen.
- Sie spiegelt die Anerkennung deutscher Investitionen in Verteidigungsfähigkeit wider.
- Sie setzt Erwartungen an Breuer, die militärischen Perspektiven der Mitgliedstaaten zu bündeln und tragfähige Empfehlungen zu liefern.
Für den deutschen Verteidigungsminister entsteht mit der Besetzung des Militärausschusses eine politische Aufgabe: Parallelposten und Personalentscheidungen in der Bundeswehr bleiben zu regeln. Die Wahl Breuers dürfte in Berlin als Bestätigung der zuletzt verstärkten deutschen Aktivitäten in der europäischen Sicherheitsarchitektur verstanden werden.
Die konkrete Umsetzung der Aufgaben als Vorsitzender wird von Breuer in enger Abstimmung mit den Generalstabschefs der Allianz und dem Nato‑Generalsekretär erfolgen. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, welche inhaltlichen Prioritäten er im Amt setzen wird und wie er die unterschiedlichen militärischen Perspektiven der Mitglieder zusammenführt.