Freizeit

Freizeit-Monitor 2026: Digitales Leben dominiert, nur 24 Aktivitäten sind wöchentlich üblich

Eine repräsentative Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen zeigt: Internetnutzung erreicht 97 %, Fernsehen bleibt mit 84 % stark, und nur 24 von 98 untersuchten Aktivitäten wiederholen sich wöchentlich.

Freizeit-Monitor 2026: Digitales Leben dominiert, nur 24 Aktivitäten sind wöchentlich üblich
©Illustration KI Thomas Gruber / we-news.com

Die neue Erhebung der Stiftung für Zukunftsfragen liefert ein klares Bild der Freizeitlandschaft 2026: Digitale Angebote prägen den Alltag, klassische Rituale verändern sich – und nur ein Bruchteil der erfragten Tätigkeiten ist für die Mehrheit Teil des Wochenrhythmus. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von 3.026 Personen ab 18 Jahren, die im Juli 2026 durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden der Öffentlichkeit am 25. August 2026 vorgestellt.

Digitale Medien sind Alltagspflicht

Die Untersuchung zeigt, dass die Internetnutzung nahezu flächendeckend ist: 97 % der Befragten nutzen das Netz regelmäßig in ihrer Freizeit. Das Fernsehen bleibt mit 84 % weiter präsent, obwohl digitale Dienste die Medienlandschaft verändert haben. Damit sind mediale Angebote der zentrale Faktor, der Freizeitstrukturen bestimmt – vor allem, wenn es um tägliche und wöchentliche Gewohnheiten geht.

Welche Aktivitäten sind noch wöchentlich verbreitet?

Von 98 abgefragten Freizeitbeschäftigungen finden sich lediglich 24 Tätigkeiten in einem regelmäßigen Wochenrhythmus. Zu den stärkeren analogen Aktivitäten zählen inneres Nachdenken und Kochen/Backen: 70 % der Teilnehmenden gaben an, sich regelmäßig mit den eigenen Gedanken zu beschäftigen; Kochen oder Backen nannten 68 % als wöchentlich fest eingeplante Beschäftigung. Ein weiteres Beispiel für ein analoge Ritual ist das Zusammensitzen bei Kaffee und Kuchen, das mit 59 % heute etwas häufiger vorkommt als vor zehn Jahren (2016: 55 %).

Rückzug und Erholung: „Faulenzen“ gewinnt

Eine bemerkenswerte Entwicklung betrifft das gezielte Erholen zuhause: Bewusstes Faulenzen hat stark zugenommen – von 47 % im Jahr 2016 auf 62 % im Jahr 2026. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Ruhe und Nichtstun als Gegenpol zur ständigen Verfügbarkeit digitaler Angebote an Bedeutung gewonnen haben. Anders verhält es sich mit bestimmten Pflegeroutinen: Ausgiebige Körperpflege fiel in der Dekade deutlich, von 62 % auf 37 %.

Lesen, Sozialität und Trends

Das Lesen von Büchern verzeichnet einen moderaten Zuwachs: Der Anteil stieg von 31 % (2016) auf 35 % (2026). Damit bleibt Buchlektüre zwar kein Massenphänomen, zeigt aber Stabilität innerhalb der Freizeitkultur. Insgesamt zeichnet die Studie ein Bild, in dem digitale Medien und persönliche Rückzugsrituale nicht zwingend in Konkurrenz stehen, sondern nebeneinander existieren.

  • 3.026 Befragte (repräsentative Stichprobe, Juli 2026)
  • 98 untersuchte Freizeitaktivitäten
  • 24 Aktivitäten mit wöchentlicher Verbreitung
Aktivität 2016 2026
Internetnutzung — 97 %
Fernsehen — 84 %
Faulenzen 47 % 62 %
Körperpflege (ausführlich) 62 % 37 %

Folgen für Anbieter und Alltag

Für Veranstalter, Kulturinstitutionen und Anbieter von Freizeitangeboten hat die Studie konkrete Implikationen: Digitale Präsenz bleibt Pflicht, aber auch einfache, wiederkehrende Rituale gewinnen an Bedeutung. Kleinere, regelmäßig stattfindende Formate – etwa Wochenend-Workshops, Lesezirkel oder gemeinsame Kaffeerunden – können Anknüpfungspunkte bieten. Wer Erholung sucht, muss nicht radikal umsteuern; oft helfen kleine, verlässliche Rituale, um den Bildschirmrhythmus zu durchbrechen.

In der Summe zeigt der Freizeit-Monitor 2026, dass die Freizeit von heute sowohl von technischen Möglichkeiten als auch von einem erhöhten Bedürfnis nach Entschleunigung geprägt ist. Das eröffnet Chancen für Angebote, die beide Seiten miteinander verbinden: digital erreichbare, aber analog erlebbare Formate, die in den Wochenrhythmus passen.

Thomas Gruber
Thomas KI Ressortleiter Freizeit online

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