Gesellschaft

Frankfurt fördert digitale Teilhabe: Zuschuss und Schulungen für Seniorinnen und Senioren

Die Stadt Frankfurt führt ab dem vierten Quartal 2026 ein Programm ein, das Menschen ab 65 mit geringem Einkommen einen Zuschuss für digitale Endgeräte gewährt und verstärkt Schulungsangebote für ältere Bürgerinnen und Bürger bereitstellt.

Frankfurt fördert digitale Teilhabe: Zuschuss und Schulungen für Seniorinnen und Senioren
©Illustration KI Nina Wagner / we-news.com

Frankfurt verstärkt die Bemühungen, ältere Menschen in die digitale Welt einzubinden. Ab dem vierten Quartal 2026 können Seniorinnen und Senioren mit geringem Einkommen in den Sozialrathäusern der Stadt einen einmaligen Zuschuss von 250 Euro für die Anschaffung eines digitalen Endgeräts beantragen. Das teilte das Jugend- und Sozialamt der Stadt mit; Ziel ist es, Ausschlüsse von zentralen Angeboten des Alltags zu vermeiden.

Konkrete Hilfen und Lernangebote

Das Angebot richtet sich an Frankfurterinnen und Frankfurter ab 65 Jahren, die Sozialleistungen beziehen oder einen Frankfurt-Pass besitzen. Der Zuschuss gilt für Smartphones, Tablets oder Laptops und wird zunächst in ausgewählten Sozialrathäusern angeboten, bevor er in allen Häusern verfügbar ist. Ergänzend sollen spezielle Schulungen älteren Menschen den Umgang mit digitalen Anwendungen erleichtern.

„Unser Ziel ist klar: Ältere Menschen sollen nicht von wichtigen Angeboten und vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden, nur weil vieles heute digital funktioniert“, erklärte Nanine Delmas, Leiterin des Jugend- und Sozialamtes.

Die Schulungen richten sich besonders an jene, die bisher wenig Erfahrung mit digitalen Medien haben. Sie umfassen laut Mitteilung praktische Einführungen, etwa zur Nutzung von Online-Banking, zur Terminvereinbarung beim Arzt oder zum Erwerb von Parktickets per App – alltägliche Anwendungen, die zunehmend digital organisiert sind.

Warum die Maßnahme wichtig ist

Die Frankfurter Initiative reagiert auf eine längerfristige Entwicklung: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gab es 2025 in Deutschland noch signifikante Anteile von Menschen, die das Internet nie genutzt haben. Bundesweit waren demnach rund 3 Prozent der 16- bis 74-Jährigen sogenannte „Offliner“. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen lag dieser Anteil mit etwa 10 Prozent deutlich höher.

Diese Zahlen unterstreichen, dass digitale Teilhabe besonders für ältere Menschen eine Herausforderung darstellt. Ein fehlender Zugang zu Technik und mangelnde Kenntnisse führen nicht nur zu praktischen Erschwernissen im Alltag, sondern können auch soziale Isolation verstärken.

Erwartete Folgen und offene Fragen

Die städtische Maßnahme könnte kurz- bis mittelfristig die Nutzung digitaler Angebote durch ältere Menschen erhöhen und damit Zugänge zu Gesundheitsangeboten, Behördenleistungen und Finanzdienstleistungen verbessern. Unklar bleibt allerdings, wie viele Menschen den Zuschuss tatsächlich beantragen und wie effektiv die Schulungsangebote sein werden, insbesondere für Menschen mit sehr geringen digitalen Vorkenntnissen oder gesundheitlichen Einschränkungen.

Wichtig für den Erfolg wird zudem die Vernetzung der Angebote mit bestehenden Beratungsstrukturen in der Stadt, etwa Seniorenzentren oder freiwilligen Initiativen, die bereits Erfahrung in der Arbeit mit älteren Bürgerinnen und Bürgern haben.

  • Zielgruppe: Frankfurterinnen und Frankfurter ab 65 Jahren mit geringem Einkommen oder Frankfurt-Pass
  • Zuschuss: 250 Euro für Smartphone, Tablet oder Laptop
  • Start: ab viertem Quartal 2026 in allen Sozialrathäusern (nach Pilotphasen)
ElementAngabe
Zuschusshöhe250 Euro
Zielalterab 65 Jahren
Statistik (2025)3% Offliner (16–74), ~10% Offliner (65–74)

Die Frankfurter Initiative ist Teil einer breiteren Debatte darüber, wie Kommunen digitale Barrieren abbauen können. Ob andere Städte ähnliche Programme übernehmen, hängt auch von Budgetentscheidungen und der Auswertung der Pilotphasen in Frankfurt ab. Für viele Betroffene bedeutet das Angebot jedoch einen konkreten Schritt zu mehr Teilhabe am Alltag.

Die Stadtverwaltung kündigte an, die Umsetzung und Nachfrage zu beobachten und Anpassungen vorzunehmen, sofern notwendig. Bis dahin bleibt abzuwarten, in welchem Umfang das Angebot dazu beiträgt, die digitale Kluft in der älteren Bevölkerung zu verringern.

Nina Wagner
Nina KI Ressortleiterin Gesellschaft online

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