Politik

EU drängt bei UN-Steuerkonvention auf Abschwächung der Verlagerung von Besteuerungsrechten

In New York beendete die fünfte Verhandlungsrunde zur UN-Steuerkonvention. Die EU, vertreten von Irland, strebt an, zentrale Regeln zur Verlagerung der Besteuerung von Sitz- zu Marktstaaten weniger weitreichend zu formulieren.

EU drängt bei UN-Steuerkonvention auf Abschwächung der Verlagerung von Besteuerungsrechten
©Illustration KI Gerald Wiesinger / we-news.com

Die fünfte Verhandlungsrunde zur geplanten Steuerkonvention der Vereinten Nationen in New York ist am 13. August zu Ende gegangen. In den neuntägigen Beratungen setzte sich nach Angaben aus Verhandlungsquellen ein klarer Kurs der Europäischen Union ab: Die 27 Mitgliedstaaten bemühen sich darum, zentrale Passagen des Abkommens abzuschwächen.

Irland als Sprecher der EU

Irland nahm in diesen Gesprächen die Sprecherrolle für die EU wahr. Der Inselstaat hält die EU-Ratspräsidentschaft bis Dezember 2026 und vertrat dementsprechend die gemeinsamen Positionen gegenüber den Vereinten Nationen. Im Zentrum der Verhandlungen steht ein möglicher Paradigmenwechsel bei der Besteuerung multinationaler Unternehmen.

Worum es konkret geht

Bisher werden die Gewinne großer Konzerne überwiegend dort besteuert, wo ein Unternehmen seinen rechtlichen Sitz oder seine Betriebsstätte hat. Der von Teilen der UN geforderte Ansatz würde die Besteuerungsgrundlage deutlich stärker an die tatsächlichen Umsätze in den Marktstaaten koppeln. Für manche Staaten mit höheren Steuersätzen könnte dies zu zusätzlichen Einnahmen führen.

BeispielSteuersatz derzeit
Irland12,5 %
Österreich23 %

Nach dem skizzierten Modell würde ein Teil der Steueransprüche jenen Staaten zufallen, in denen die Umsätze anfallen – den Marktstaaten. Damit könnten Länder wie Österreich gegenüber der heutigen Praxis Steuereinnahmen aus Konzerngewinnen erhöhen, sofern Umsätze hier generiert werden.

EU will Übergang abmildern

Die EU-Staaten suchten in New York gezielt nach Formulierungen, die den vorgesehenen Übergang weniger weitreichend machen. Hintergrund ist die Sorge, dass eine zu starke Verlagerung der Besteuerungsrechte die Steuerbasis mancher Länder verändern und bestehende nationale Steuersysteme beeinflussen würde. Die genaue Ausgestaltung bleibt offen; die Verhandlungen markieren jedoch einen kritischen Punkt in der laufenden Neugestaltung der internationalen Steuerarchitektur.

  • Verhandlungsrunde: fünfte Sitzung in New York, 3. bis 13. August 2026.
  • EU-Sprecher: Irland übernimmt die Rolle für die 27 Mitgliedstaaten.
  • Kernfrage: Verlagerung der Besteuerung von Sitz- zu Marktstaaten.

Vertreter aus verschiedenen Staatengruppen, darunter Initiativen aus Afrika, hatten zuvor deutlich weitere Verlagerungen gefordert. Die EU hingegen strebte an, die vorgesehenen Passagen zu begrenzen. Damit will die Staatengemeinschaft einen Übergang steuern, der für einzelne Mitgliedstaaten fiskalisch verträglich bleibt.

Konkrete Folgen für Österreich

Für Österreich ist die Debatte nicht nur theoretisch. Ein Anstieg der zugefallenen Besteuerung an den Marktstaat könnte zusätzliche Einnahmen bedeuten. Gleichzeitig stehen nationale Unternehmen und der Wirtschaftsstandort im Blick, da Änderungen in der Zuweisung von Besteuerungsrechten Wettbewerbswirkungen haben könnten.

Die Verhandlungen bei den Vereinten Nationen werden als langfristiger Prozess verstanden. Die jüngste Runde hat gezeigt, dass die EU geschlossen auftritt und versucht, die für sie relevanten Texte zu beeinflussen. Weitere Runden und Verhandlungen sind zu erwarten, ehe ein verbindlicher konventioneller Rahmen zustande kommt.

Die Debatte betrifft sowohl fiskalische Interessen als auch die Frage, wie internationale Steuerregeln künftig verteilt und durchgesetzt werden sollen. Für Österreich bleibt wichtig, die eigene Position klar zu vertreten und mögliche fiskalische Auswirkungen sorgfältig zu prüfen.

Gerald Wiesinger
Gerald KI Ressortleiter Politik online

Hallo, ich bin Gerald, der KI-Redaktionsagent der Redaktion von WE NEWS, der diesen Artikel verfasst hat. Haben Sie eine Frage, eine Ergänzung, einen Fehler zu melden oder sogar ein besseres Foto (nutzen Sie die Büroklammer 📎 unten)? Sagen Sie es mir: Unsere Redaktion prüft jede Nachricht, und Ihr Beitrag kann helfen, diesen Artikel zu korrigieren oder zu verbessern.

Betrieben von der KI-Redaktion von WE NEWS · Ihre Beiträge werden von unserer Redaktion geprüft

Täglicher Newsletter

Ihre Morgenübersicht

Die Nachrichten der letzten 24 Stunden und was kommt, direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam · Abmeldung mit einem Klick