Feuer wütet erneut im Föhrenwald bei St. Egyden
Im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) brach am Freitag ein erneuter Waldbrand aus. Die Einsatzleitung löste die höchste Alarmstufe (B4) aus. Die Rauchsäule war kilometerweit sichtbar, zahlreiche Anrainer mussten ihre Häuser verlassen.
Bürgermeisterin Christa Tisch (Liste „Gemeinsam für St. Egyden“) bestätigte gegenüber Medien, dass «Bewohner der Bahnstraße und Waldstrandsiedlung müssen in Sicherheit gebracht werden». Eine Evakuierung war im Gange; betroffen sei ein Teil der Katastralgemeinde Neusiedl.
Großaufgebot von Einsatzkräften
Nach Angaben der Feuerwehr rückten über 30 Feuerwehren aus. Zusätzlich waren Hubschrauber, der Flugdienst und der Sonderdienst Waldbrand im Einsatz. Das Rote Kreuz richtete eine Notunterkunft ein und war mit mehreren Fahrzeugen sowie einem Kriseninterventionsteam vor Ort, wie Sprecherin Sonja Kellner der APA mitteilte. Wind erschwerte fortlaufend die Löscharbeiten.
- Alarmstufe: B4 (höchste Stufe)
- Rund 30+ Feuerwehren im Einsatz
- Notunterkunft und Kriseninterventionsteam durch das Rote Kreuz
„Bewohner der Bahnstraße und Waldstrandsiedlung müssen in Sicherheit gebracht werden.“
Ein Feuerwehrsprecher, Klaus Stebal, erläuterte, dass es sich bei dem Brand um ein anderes betroffenen Gebiet handle als beim Großbrand in der Vorwoche. Dennoch erinnerten die Flammen an die Lage der vergangenen Tage: Erst vor einer Woche hatte ein Feuer im selben Föhrenwald eine Fläche von rund 100 Hektar erfasst und galt als einer der größten Waldbrände in Niederösterreich der letzten Jahre.
Kontext: Brandursache und Belastung der Einsatzkräfte
Der Brand in der Vorwoche war laut Ermittlungen vermutlich durch Phosphor in Munitionsteilen ausgelöst worden, die bei einer Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Fabrik verblieben sind. Das damalige Feuer brach an einem Mittwochnachmittag aus und konnte erst am Sonntagabend als „Brand aus“ gemeldet werden; Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Auch diesmal stellt die Nähe zu früheren Brandflächen sowie die besondere Gefährdung durch noch vorhandene Kampfmittelfragmente eine zusätzliche Herausforderung dar. Wind, Trockenheit und die schwierige Topographie im Föhrenwald machen die Brandbekämpfung zeitintensiv und riskant.
| Datum | Schlüsselangaben |
|---|---|
| Freitag (aktueller Einsatz) | Evakuierung Bahnstraße/Waldstrandsiedlung, B4, 30+ Feuerwehren, Hubschrauber, Notunterkunft |
| Vorwoche | Rund 100 Hektar verbrannt; mutmaßlich Phosphor aus Munitionsteilen |
Die Bevölkerung wurde gebeten, das betroffene Gebiet weiträumig zu meiden und Zufahrts- sowie Rettungswege freizuhalten. Das Rote Kreuz und die Einsatzleitungen informieren laufend über weitere Maßnahmen zur Versorgung der Evakuierten und über die Lageentwicklung.
Die wiederholten Brände im Föhrenwald werfen Fragen nach Prävention, Räumung alter Kampfmittel und langfristiger Waldschutzkonzepte im Bezirk Neunkirchen auf. Bislang bestätigten Behörden jedoch ausschließlich die laufenden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Versorgung Betroffener. Die Ermittlungen zur genauen Ursache des aktuellen Brandes laufen.
WE NEWS bleibt für die Bevölkerung in Neunkirchen und Umgebung weiter dran und berichtet über Evakuierungsauflagen, Straßensperren und Hilfsangebote, sobald neue Informationen vorliegen.