Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Luftschläge auf Ziele im Hinterland des Gegners fortgesetzt. Nach Angaben ukrainischer Stellen und örtlicher Behörden kam es zu Beschädigungen kritischer Infrastruktur und zu Verletzten in mehreren Regionen.
"Die Russen haben kritische Infrastruktur in den Gebieten Poltawa, Sumy und Cherson angegriffen",
schrieb der ukrainische Präsident auf sozialen Netzwerken. In den betroffenen Gebieten meldeten Behörden neben Sachschäden auch Verletzte: So seien unter anderem in den Gebieten Saporischschja und Dnipropetrowsk insgesamt fünf Menschen verletzt worden. Auch in der Hafenstadt Odessa habe es Schäden gegeben.
Angriffe rund um Kiew und Folgen in der Hauptstadt
Örtliche Behörden berichteten, östlich der Hauptstadt Kiew im Bezirk Boryspil hätten russische Angriffe Lagerhallen in Brand gesetzt. Mindestens zwei Menschen seien dort verletzt worden. Trümmerteile sollen außerdem Schäden an mehreren Gebäuden in Kiew verursacht haben.
Die Militärverwaltung der Dreimillionenstadt meldete, im Zentrum sei eine Sportanlage im unmittelbaren Regierungsviertel beschädigt worden. In sozialen Netzwerken kursierten Bilder einer Rauchwolke im Bereich des Walerij-Lobanowskyj-Stadions am Rande des Regierungsviertels.
Russlands Angaben zu Angriffszielen
Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, es habe Einrichtungen angegriffen, die der ukrainischen Armee dienen sollen. Genannt wurden unter anderem Lager- und Montageeinrichtungen für Drohnen. Russland gab folgende Zieltypen an:
- Stahlwerke in Saporischschja und Krywyj Rih
- Logistikzentren in und bei Kiew
- eine Ölraffinerie in Kremenchuk
- Häfen: Odessa, Tschornomorsk und Reni
Luftabwehr und Angriffsverlauf
Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, sie habe erstmalig seit längerer Zeit sieben ballistische Raketen abgefangen. Zudem sei eine Antischiffsrakete des Typs Oniks abgeschossen worden. Die ukrainischen Behörden berichteten weiters, dass rund 86 Prozent der eingesetzten russischen Drohnen abgefangen worden seien.
Die Ukraine selbst setzte nach Angaben aus dem Bericht eigene Angriffe fort, unter anderem gegen Lager russischer Internethändler. Weitergehende Details zu diesen Angriffen wurden in den vorliegenden Meldungen nicht ausgeführt.
Grenzübertritte und regionale Auswirkungen
Nach Angaben des moldauischen Verteidigungsministeriums verletzten fünf russische Drohnen kurzzeitig den Luftraum Moldaus in der Nähe von Chisinau. Konkrete Schäden in Moldau wurden in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
| Region/Ziel | Gemeldete Folge | Quelle |
|---|---|---|
| Saporischschja | Verletzte; Angriffe auf Stahlwerke | Ukrainische Stellen / Russland |
| Dnipropetrowsk | Verletzte | Ukrainische Behörden |
| Odessa / Tschornomorsk / Reni | Schäden an Häfen | Russisches Verteidigungsministerium / ukrainische Meldungen |
| Kiew (Boryspil, Zentrum) | Brände in Lagerhallen; Schäden an Sportanlage und Gebäuden; Verletzte | Örtliche Behörden / Militärverwaltung Kiew |
Die Lage bleibt angespannt. Die gegenseitigen Angriffe trafen neben militärischen Zielen auch Infrastruktur, die nicht unmittelbar dem Gefecht dient. Das erhöht das Risiko weiterer ziviler Opfer und stört logistische Linien, etwa über Häfen und Raffinerien.
Aus den vorliegenden Meldungen geht hervor, dass beide Seiten weiterhin signifikante Luft- und Drohnenoperationen durchführen. Die hohe Zahl abgefangener Drohnen und die Bekundung, ballistische Raketen abgeschossen zu haben, deuten auf eine fortgesetzte Fokussierung auf Luftverteidigungskapazitäten der Ukraine hin. Ob und wie sich diese Angriffs- und Abwehrmuster in den nächsten Tagen verändern, blieb in den vorliegenden Quellen vorerst offen.