In Teilen von Baden‑Württemberg ist die Trockenheit nach Angaben von Wetterexperten so ausgeprägt, dass das Grundwasser und Quellen bereits deutlich leidet. Für die kommenden Tage kündigen sich zwar Schauer und Gewitter an, doch die zu erwartenden Niederschlagsmengen sind sehr unterschiedlich und reichen von örtlich nennenswerten Mengen bis hin zu nahezu keinem Regen.
Grundwasser und Quellschwund
Im Süden des Bundeslandes liege der Grundwasserstand demnach um mindestens einen Meter, in manchen Bereichen sogar bis zu zwei Meter unter dem langjährigen Mittel. Quellen im Schwarzwald seien trocken gefallen; an diesen Stellen komme „gar nichts mehr nach“.
„Das ist wirklich selten, dass man sowas flächendeckend sieht“,
so der benannte Wetterexperte, der zugleich auf vergleichbare Trockenheit auch im Norden des Bundeslandes verweist. Aktuell litten insbesondere die tieferen Bodenschichten und damit das Grundwasser unter Extremschwinden; auch der Oberboden sei bereits ausgetrocknet.
Vorübergehende Änderung: Gewitterfront in Aussicht
Die meteorologische Lage soll sich am Wochenende ändern: Erste kräftige Schauer werden am Samstag im Bergland möglich. Für Sonntag und die Nacht auf Montag wird dann eine Gewitterfront erwartet, die quer über das Land ziehen soll. Am Montag hänge die Front noch an den Alpen, werde sich im Tagesverlauf jedoch wieder verlagern und dann wieder trockeneres Wetter zurücklassen.
Wichtig ist: Wo genau Niederschlag fällt, lässt sich laut Experten nur schwer vorhersagen. Schauer und Gewitter sind räumlich sehr punktuell ausgeprägt, sodass in benachbarten Orten völlig unterschiedliche Mengen gemessen werden können.
- Erste kräftige Schauer: möglich am Samstag im Bergland
- Größere Gewitterfront: Sonntag bis Nacht auf Montag über dem Land
- Montag: Front vor allem noch an den Alpen, im Laufe des Tages wieder Beruhigung
Wie viel Regen ist zu erwarten — und reicht das?
Der Wetterexperte schätzt, dass örtlich 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter fallen könnten, möglicherweise in relativ kurzer Zeit. An anderen Stellen sei mit deutlich weniger Niederschlag zu rechnen — teils nur einzelne Tropfen, vereinzelt sogar gar kein Regen.
Auf die Fläche gerechnet stelle das kein flächendeckendes Ende der Dürre dar. Dennoch könne jeder Tropfen lokal eine geringfügige Verbesserung bringen, besonders dort, wo starke Schauer und Gewitter auftreten. Für eine nachhaltige Erholung des Grundwassers und der tieferen Bodenschichten wären deutlich größere, andauernde Niederschläge notwendig.
| Parameter | Aktueller Befund / Erwartung |
|---|---|
| Grundwasserstand (Südbaden‑Württemberg) | −1 bis −2 m unter dem Mittel |
| Quellen | Teilweise trocken gefallen (z. B. Schwarzwald) |
| Erwartete Niederschläge (regional) | 10–20 l/m² örtlich möglich; andernorts kaum Regen |
Für Landwirte, Waldbesitzer und Kommunen bedeutet das: Lokale Starkniederschläge können kurzfristig oberflächennahe Böden befeuchten und akute Brand- oder Trockenheitsgefahren mindern, bringen aber nicht automatisch die erhoffte Entspannung im Grundwasserspiegel. Das Wasser läuft bei heftigen Schauern zudem oft oberflächlich ab und gelangt nicht ohne Weiteres in tiefe Bodenschichten.
Fazit: Für Baden‑Württemberg kündigt sich eine wettertechnische Atempause an, die punktuell spürbare Entlastung bringen kann. Ob daraus jedoch eine nachhaltige Verbesserung der Dürresituation resultiert, bleibt fraglich und hängt von der räumlichen Verteilung sowie der Dauer künftiger Niederschläge ab.
Andrea Koller, Ressortleiterin Wetter