In Frankfurt am Main ist eine Person, die im Stadtteil Schwanheim nahe dem Flughafen lebte, an einer Malaria-Infektion gestorben. Die Stadt bestätigte den Todesfall und erklärte, dass die Erkrankung nach Einschätzung des Gesundheitsamts durch eine eingeschleppte Anopheles-Mücke übertragen worden sei. Damit zählt die Gesundheitsbehörde in diesem Jahr nun bereits drei Todesfälle im Zusammenhang mit Malaria und dem Flugverkehr in Frankfurt.
Hintergrund der Infektionen
Der jüngste Todesfall reiht sich in eine Serie von Infektionen ein: Im Sommer hatten sich nach Angaben der Behörden sechs Beschäftigte des Flughafenbetreibers Fraport mit Malaria infiziert; zwei von ihnen kamen ums Leben. Die jetzt gemeldeten Fälle in Schwanheim betreffen Personen, die laut Gesundheitsamt zuvor nicht in einem Malaria-Gebiet gewesen seien und auch nicht am Flughafen gearbeitet hätten. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies darauf hin, dass die Betroffenen in unterschiedlichen Haushalten lebten.
Vermutete Übertragungswege und Krankheitsform
Das Gesundheitsamt geht von einer sogenannten Flughafen-Malaria aus: Demnach gelangte eine infizierte Anopheles-Mücke in einem Flugzeug nach Frankfurt und stach anschließend Menschen in der Umgebung. Bei der nachgewiesenen Form handelt es sich um Malaria tropica, die als gefährlich gilt und rasche medizinische Behandlung erfordert.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Anzahl bestätigter Todesfälle in Zusammenhang mit Flugverkehr (heuer) | 3 |
| Infizierte Fraport-Mitarbeiter (Sommer) | 6 (davon 2 verstorben) |
| Wegstrecke, in der Infektionen auftraten | etwa 5 Kilometer vom Flughafen |
Ausbreitungspotenzial und Warnungen
Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass die Anopheles-Mücke Strecken von etwa fünf bis zehn Kilometern zurücklegen kann, was erklärt, warum Infektionen in Wohngebieten einige Kilometer vom Flughafen auftreten können. Seit Anfang der Woche seien dem Amt laut Mitteilung keine weiteren Malariafälle gemeldet worden.
„Dies gilt insbesondere für Menschen, die am Flughafen oder in dessen Umfeld arbeiten, sich dort aufhalten oder in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen“, erklärte das Amt.
Die Behörde hat Ärztinnen und Ärzte erneut gebeten, bei Patientinnen und Patienten mit unklarem Fieber auch dann an eine mögliche Malaria zu denken, wenn keine Reise in ein Malaria-Gebiet stattgefunden hat. Bürgerinnen und Bürger in der Nähe des Flughafens wurden aufgefordert, bei entsprechenden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen und auf den Wohnort im Umfeld des Flughafens hinzuweisen.
- Wer besonders aufmerksam sein sollte: Personen, die am Flughafen arbeiten, dort verweilen oder in räumlicher Nähe wohnen.
- Leitsymptome: unklare Fieberverläufe — medizinische Abklärung empfohlen.
- Vorgehen der Ärztinnen und Ärzte: Malaria-Diagnostik auch ohne Reiseanamnese in Betracht ziehen.
Die Mitteilungen von Gesundheitsamt und Universitätsmedizin Frankfurt drücken den Angehörigen des verstorbenen Patienten ihr Mitgefühl aus. Zum Geschlecht der Betroffenen des jüngsten Falls machte die Stadt zunächst keine Angaben; auch zum Zustand der weiteren betroffenen Person lagen keine detaillierten Informationen vor, außer dass sie stationär behandelt wurde.
Die Fälle in Frankfurt zeigen die Verwundbarkeit gegenüber durch Flugverkehr eingeschleppten Tropenkrankheiten. Für die öffentliche Gesundheit ist wichtig, die Sensibilisierung von medizinischem Personal und Bevölkerung aufrechtzuerhalten, um rasche Diagnosen und Behandlungen sicherzustellen. Gleichzeitig sind die zuständigen Stellen gefordert, Infektionswege zu untersuchen und präventive Maßnahmen am Luftverkehrs-Knotenpunkt zu prüfen, ohne in voreilige Generalisierungen zu verfallen.