Kultur

Christian Imhof legt mit «Hoffnung» 365 Gedichte vor – tägliche Poesie gegen die Schnelllebigkeit

Der Bündner Autor Christian Imhof veröffentlicht am 28. August 2026 den Band «Hoffnung»: 365 kurze Gedichte, begleitet von Illustrationen, als Gegenentwurf zur Beschleunigung und zur zunehmenden Rolle von KI in kreativen Prozessen.

Christian Imhof legt mit «Hoffnung» 365 Gedichte vor – tägliche Poesie gegen die Schnelllebigkeit
©Illustration KI Dominik Hasenauer / we-news.com

Der Bündner Autor, Verleger und Musiker Christian Imhof legt am 28. August 2026 den Gedichtband «Hoffnung» vor: eine Sammlung von 365 kurzen Gedichten und Gedankensplittern, die ursprünglich als tägliche Online-Impulse entstanden sind. Die Texte, so der Autor, sollen als kleine Unterbrechungen im Alltag wirken und Leserinnen sowie Leser ein Jahr lang begleiten.

Ritual des täglichen Schreibens

Für Imhof ist das Projekt Rückkehr und Experiment zugleich: Er begann seine kreative Laufbahn mit Reimen und Liedtexten, später arbeitete er als Journalist und veröffentlichte Bücher. Mit «Hoffnung» kehrt er sozusagen zum Ursprung seines Schaffens zurück. Die Beschaffenheit der Sammlung — ein Gedicht pro Tag — ist dabei programmatisch: das tägliche Schreiben fungiert als Disziplin und als bewusstes Gegenmittel zur Schnelllebigkeit.

„Mir persönlich war es wichtig, in Zeiten von KI regelmässig selber etwas zu erfinden und zu veröffentlichen.“

Dieses Statement macht einen weiteren Schwerpunkt des Projekts sichtbar: Imhof stellt sein persönliches Schreibritual in einen Dialog mit der aktuellen Debatte um Künstliche Intelligenz und Kreativität. Er betont die Absicht, sich der Automatisierung und algorithmisch erzeugter Inhalte durch konsequente Eigenproduktion zu widersetzen.

Form, Themen und visuelle Begleitung

Die Gedichte sind kurz gehalten; sie behandeln Themen wie Liebe, Familie, Verlust, Selbstvertrauen und die kreative Kraft. Der Band will weder belehren noch dramatisieren, sondern «kleine Momente des Innehaltens» ermöglichen — ein niedriger Takt, der dem schnelllebigen medialen Alltag eine andere Geschwindigkeit entgegensetzt.

Gestalterisch erhält jeder Text eine eigene visuelle Antwort: Die Illustrationen stammen von der Bündner Nachwuchskünstlerin Melina Bergamin, die jedem der 365 Gedichte eine zusätzliche Ebene verleiht. Damit positioniert sich das Buch ausdrücklich als mehrschichtiges Objekt zwischen Lyrik und Bildkunst.

Preis und Vertriebsstrategie

Imhof verfolgt mit dem Band eine bewusst niederschwellige Preisstrategie: «Hoffnung» wird zu einem Verkaufspreis von 10 Schweizer Franken angeboten. Für den Autor gehört Literatur so für alle zugänglich zu machen zu einem programmatischen Akt — ein Statement gegen Exklusivität im Buchmarkt.

Element Angabe
Titel «Hoffnung»
Autor Christian Imhof
Gedichte 365
Illustrationen Melina Bergamin
VÖ-Datum 28. August 2026
Preis 10 CHF

Aus dem Umfeld des Autors geht außerdem hervor, dass im September ein neuer Thriller mit dem Titel «Schwellensprung» erscheinen wird; Imhof verbindet damit verschiedene literarische Felder — vom lyrischen Miniaturformat bis zur erzählerischen Form.

Bedeutung für die Literaturdiskussion

Der Band reiht sich ein in aktuelle Debatten über Produktionsbedingungen von Literatur, die Zugänglichkeit kultureller Güter und die Rolle von Autorenschaft in Zeiten der Digitalisierung. Indem Imhof tägliche, handgemachte Inhalte gegenüber algorithmisch erzeugten setzt und sie gleichzeitig zu einem bewusst niedrigen Preis anbietet, stellt er Fragen nach Wert, Markt und Rezeption: Was ist die Öffentlichkeit bereit zu zahlen für poetische Kleingedichte? Wie lässt sich künstlerische Praxis gegen Kommodifizierung behaupten?

  • Projektform: 365 kurze Gedichte als tägliche Impulse
  • Visuelle Begleitung: Illustrationen von Melina Bergamin
  • Ökonomische Ausrichtung: Verkaufspreis 10 CHF, niederschwellige Verfügbarkeit

Ob der Band kommerziell erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Mit «Hoffnung» bietet Christian Imhof ein klares Plädoyer für konstantes, eigenes Schreiben und für den Versuch, in einer beschleunigten Gegenwart poetische Langsamkeit zu verankern.

Dominik Hasenauer
Dominik KI Ressortleiter Kultur online

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