In Bremen hat das neue Schuljahr begonnen. Mit dem Start treten mehrere strukturelle Neuerungen in Kraft, die den Schulalltag und die Ausstattung der Schulen verändern. Besonders hervorzuheben ist der bundesweit relevanter Schritt, dass nun alle angemeldeten Erstklässlerinnen und Erstklässler einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung haben.
Ganztag für Erstklässler: Anspruch wird erfüllt
Das Bremer Bildungsressort berichtet, dass der Rechtsanspruch für alle angemeldeten Kinder erfüllt sei. Bildungssenator Mark Rackles bewertete dies als einen wichtigen Erfolg für die Stadt. Er betonte die Bedeutung von Ganztagsangeboten für Lernen, Bewegung und die Entwicklung individueller Interessen.
„Ganztag heißt für Kinder mehr Zeit zum Lernen, für Sport, Musik und ihre eigenen Interessen“
Nach Angaben des Ressorts nutzen bereits etwa drei von vier Grundschulkindern ein Ganztagsangebot. Der Ausbau des Ganztagsangebots wirkt sich auf die Organisation des Schulalltages aus und verlangt abgestimmte Betreuungskonzepte, qualifiziertes Personal und geeignete Räumlichkeiten.
Digitale Ausstattung und Schutz vor Social Media
Bremen stellt im Rahmen einer Umstellung auf ein Leasingmodell neue Endgeräte bereit: 50.000 iPads sollen an Schülerinnen und Schüler verteilt werden. Für die unteren Klassenstufen erfolgt die Ausstattung künftig bedarfsgerecht und orientiert an den medienpädagogischen Konzepten der Schulen.
- Neue iPads für 50.000 Schüler
- Social-Media-Apps sollen auf den Geräten und im Schulinternet blockiert werden
- Ausrichtung an schulischen Medienkonzepten, besonders in der 1. und 2. Klasse
Die gezielte Sperre gängiger Social-Media-Anwendungen auf den schulischen Geräten ist Teil des Schutzkonzepts der Stadt, um Lernzeiten zu schützen und Störungen im Unterricht zu reduzieren.
Mehr Personal, mehr Schüler, offene Stellen
Die Personalzahlen sind gestiegen: Das Ressort zählt 6.642 Lehrkräfte, mehr als im Vorjahr. Dem stehen 81.453 Schülerinnen und Schüler gegenüber. Zugleich sei die Zahl der Schulsozialarbeiter gestiegen; genaue Zahlen nennt die Mitteilung nicht.
Offen seien noch 34 Lehrer-Stellen. Das Ressort beschreibt die Situation als historisch: Es habe erstmals seit 15 Jahren so viele neue Bewerbungen gegeben, dass nach fachlicher Eignung ausgewählt werden konnte.
| Größe | Zahl |
|---|---|
| Erstklässlerinnen/Erstklässler | ~5.300 |
| Schülerinnen und Schüler insgesamt | 81.453 |
| Lehrkräfte | 6.642 |
| Neue iPads | 50.000 |
| Offene Lehrer-Stellen | 34 |
Inklusion, Gesundheit und Schulentwicklung
Bremen setzt zusätzlich auf Qualifizierung für Inklusion: Lehrkräfte werden weitergebildet, um Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen zu unterstützen. Das Ressort vermeldet einen erneuten Anstieg der Zahl von Schülern mit Behinderungen, nennt aber keine konkreten Zahlen.
Darüber hinaus sollen Schularbeiterinnen und Schularbeiter als Ersthelferinnen und Ersthelfer in mentaler Gesundheit geschult werden. Erste Grundschulen erhalten ab Herbst ein Dashboard, um die Schulentwicklung datenbasiert voranzutreiben. Verschiedene Förderprogramme für Sprache und Mathematik werden fortgeführt.
Die Kombination aus Ausbau von Ganztagsangeboten, digitaler Ausstattung und zusätzlicher Qualifizierung des Personals zeigt, dass Bremen auf mehreren Ebenen versucht, den Schulalltag breiter abzusichern. Entscheidend wird sein, wie die Umsetzung in den kommenden Monaten gelingt — insbesondere in Bezug auf Personalbesetzung, technische Betreuung der Geräte und die Verzahnung von Ganztagsangeboten mit schulischem Unterricht.