Die Evaluierungskommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat die Bewerbungsunterlagen für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036/2040/2044 geprüft und KölnRheinRuhr mit der Bestnote „sehr gut“ bewertet. In der am Dienstag vorgelegten Bewertung liegt KölnRheinRuhr in vier von sieben Kategorien vor den Mitbewerbern München und Berlin.
Wesentliche Ergebnisse der Bewertung
Die Auswertung nennt konkrete Punktwerte in sieben Kriterien, in denen KölnRheinRuhr teilweise deutlich bessere Werte erzielt als die Konkurrenz. Besonders hervorgehoben werden unter anderem Reisezeiten, Unterbringung der Athletinnen und Athleten sowie das Eventpotenzial.
| Kriterium | KölnRheinRuhr | Berlin | München |
|---|---|---|---|
| Reisezeiten | 63,53 | 85,82 | 95,52 |
| Athlet*innen im Dorf | 93,82 | 62,16 | 92,83 |
| Eventpotenzial | 90,55 | 65,78 | 75,35 |
| Internationale Strahlkraft Sport | 86,79 | 76,80 | 77,91 |
| Internationale Strahlkraft | 78,61 | 100,00 | 84,75 |
| Unterstützung | 95,08 | 77,84 | 89,66 |
| Stabilität | 98,99 | 50,00 | 100,00 |
Die Bewertung nennt darüber hinaus konkrete Eckdaten der Bewerbung: Ein mögliches Angebot von 17,6 Millionen Tickets (davon 4,3 Millionen für die Paralympics) wurde angeführt. Zur Unterbringung der Sportlerinnen und Sportler heißt es: Von 10.420 Athlet*innen der Olympischen Disziplinen könnten 10.008 im Olympischen Dorf untergebracht werden; bei den paralympischen Disziplinen wären demnach 4.480 von 4.480 Athlet*innen untergebracht – Quoten von 96,05 Prozent bzw. 100 Prozent.
Regionale Reichweite und Zuschauerpotenzial
Der DOSB hebt außerdem die räumliche Einbindung hervor: Rund 160 Millionen Menschen lebten im Umkreis von 500 Kilometern, und das ermittelte Zuschauerpotenzial innerhalb von 300 Kilometern beträgt exakt 79.778.670 potentielle Tageszuschauerinnen und -zuschauer. In der Bewertung heißt es, die Bewerbung positioniere die Spiele „mitten in das Herz von Europa“.
„KölnRheinRuhr ist bereit.“
Mit diesem klaren Selbstverständnis geht die Bewerbung in die entscheidende Phase: Der DOSB wird am Samstag seine Empfehlung aussprechen. In der Mitteilung der Bewerberorganisation wird ein enges Rennen erwartet; genau in diesem Umfeld sollen die genannten Stärken den Ausschlag geben.
Was das für Baden bedeutet
Für Leserinnen und Leser in Baden sind die unmittelbaren Auswirkungen schwerpunktmäßig indirekter Natur: Eine erfolgreiche Bewerbung KölnRheinRuhr würde die Diskussion um Austragungsstandorte, Mobilitätskonzepte und grenzüberschreitende Besucherströme in Mitteleuropa befördern. Die detaillierten Angaben zu Reisezeiten, Zuschauerpotenzial und Athlet*innenunterbringung zeigen, dass die Bewerber sich auf regionale Infrastruktur und hohe Mobilität stützen – Aspekte, die auch für heimische Veranstalter, Sportverbände und die Tourismuswirtschaft von Interesse bleiben.
- Die Entscheidung des DOSB fällt am Samstag; bis dahin bleibt das Rennen eng.
- KölnRheinRuhr erhielt die Bestnote „sehr gut“ und führt in vier von sieben Kriterien.
- Zentrale Argumente der Bewerbung sind Ticketpotenzial, Nähe großer Bevölkerungszentren und hohe Unterbringungsquoten für Athlet*innen.
Weitere Bewertungen und Entscheidungen auf internationaler Ebene folgen nach der DOSB-Entscheidung. Beobachter in Österreich und insbesondere in Grenzregionen werden die Entwicklung verfolgen, da internationale Sportereignisse üblicherweise auch grenzüberschreitende Mobilität und touristische Dynamiken beeinflussen können.