Bad Ischl reagiert lokal auf eine wachsende ökologische und wirtschaftliche Herausforderung: Der Japanische Staudenknöterich (eine der invasivsten Pflanzen Europas) breitet sich in der Region rasant aus. Als Teil der Maßnahmen aus dem Lagebericht zu invasiven Pflanzen, den die Agrarwissenschaftlerin Heidi Pachner 2025 für das Klar!-Programm erstellte, wird in Bad Ischl ein praktisches Beweidungsprojekt durchgeführt. Ziel ist es, die unkontrollierte Ausbreitung einzudämmen und damit verbundene Schäden zu reduzieren.
Projektstandort und Akteurinnen
Das Gehege befindet sich im Ortsteil Ahorn und gehört zur Klar!-Förderinitiative für Klimawandel-Anpassungsmodellregionen. Die Betreiberin der Weide ist Birgit Müllegger, die zugleich als Klar!-Managerin in Bad Ischl tätig ist. Vor Ort sind die Ziegen namens Streifi, Stupsi und Zieglinde aktiv, die die Pflanzen sukzessive abweiden.
„Wo früher ein Badeplatz war, ist jetzt der Knöterich“, sagt Müllegger über das Problem vor Ort.
Die Aktion ist Teil einer Reihe empfohlener Maßnahmen aus dem Lagebericht zu invasiven Pflanzen, der die Situation in der Region analysiert und praktische Gegenmaßnahmen vorschlägt. Die Expertin Pachner betont in der Analyse die enorme Vermehrungsfähigkeit der Knötericharten: „Knötericharten können sich unglaublich gut vermehren, wie kaum eine andere Pflanzenart, was sie zu einer der invasivsten Pflanzenarten in Europa macht.“
Wie soll Beweidung wirken?
Die Methode nutzt die Fressgewohnheiten der Ziegen: Die Tiere reißen die glatten, dreieckigen Blätter der Pflanze von den dicken Stängeln und fressen sie. Damit soll die Vitalität der Bestände reduziert werden, weil wiederholtes Abweiden das Wachstum hemmt und die Verbreitung über oberirdische Teile eingeschränkt werden kann. Das Projekt ist als praktische Maßnahme gegen die Pflanzeninvasion angelegt und ergänzt die im Lagebericht vorgeschlagenen Instrumente.
- Ort: Ahorn (Bad Ischl)
- Betreiberin: Birgit Müllegger, Klar!-Managerin
- Tiere: Ziegen (namentlich Streifi, Stupsi, Zieglinde)
- Grundlage: Lagebericht zu invasiven Pflanzen, Heidi Pachner, 2025
| Element | Angabe |
|---|---|
| Invasive Art | Japanischer Staudenknöterich |
| Lagebericht | Erstellt 2025 für Klar! |
| Projektstandort | Ahorn, Bad Ischl |
Für Bad Ischl hat die Verbreitung des Knöterichs nicht nur ökologische Folgen: Die Pflanze kann Uferzonen, Badeplätze und Freiflächen überwuchern und so Freizeitnutzung, touristische Qualität und Infrastruktur beeinträchtigen. Müllegger weist konkret auf solche Veränderungen hin, indem sie feststellt, dass ehemals genutzte Badeplätze mittlerweile vom Knöterich dominiert werden.
Regionale Bedeutung und Ausblick
Das Beweidungsprojekt in Ahorn ist ein lokaler Beitrag zur Umsetzung von Empfehlungen aus dem Lagebericht und steht für einen praktikablen, naturnahen Ansatz zur Eindämmung invasiver Neophyten. Ob diese Methode langfristig eine spürbare Reduktion der Bestände bewirkt, hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Häufigkeit und Intensität der Beweidung sowie ergänzende Maßnahmen wie mechanische Entfernung oder Bodenschutz. Die Maßnahme ist derzeit ein konkreter Schritt der Region, um den Herausforderungen durch invasive Arten und die Folgen des Klimawandels entgegenzutreten.
Für Beschäftigte in kommunaler Grünraumpflege, Tourismus und Landwirtschaft liefert das Projekt relevante Erkenntnisse: Es testet eine low-tech-Methode, die lokal angewendet werden kann und die bei Erfolg Arbeitsaufwände und Kosten langfristig beeinflussen könnte. Beobachtungen und Dokumentationen aus Ahorn werden daher für die weitere Planung und mögliche Ausweitung similarer Maßnahmen in Bad Ischl und benachbarten Gemeinden wichtig sein.