Verbesserte Verbindungen und elektrische Flotte
Die Stadt Amstetten zieht nach dem ersten Betriebsjahr des neuen Stadtbussystems eine positive Bilanz. Nach Angaben von Bürgermeister Christian Haberhauer startete das Angebot vor einem Jahr „mit 50 % mehr Angebot und zu 100 % elektrisch“. Vizebürgermeister Markus Brandstetter nennt als Ergebnis ein Fahrgast-Plus von 100.000 Personen: Die jährlichen Nutzer:innenzahlen stiegen von 300.000 auf 400.000.
Technik, Reichweite und regionale Wertschöpfung
Die Stadtwerke informieren, dass die Busse im Jahresbetrieb rund 320.000 km zurücklegen – dies werde mit der bildhaften Rechnung „das entspricht acht Erdumrundungen“ erklärt. Entscheidender Punkt für die Kommune: Die Elektrobusse werden mit Strom aus dem eigenen Laufwasserkraftwerk geladen, wodurch nach Darstellung der Stadtwerke die gesamte Wertschöpfung in Amstetten verbleibe. Geschäftsleiter Jürgen Hürner berichtet zudem von bereits bestehenden überregionalen Anfragen zum Amstettner Modell.
Praktische Verbesserungen und barrierefreie Ausstattung
In den vergangenen Monaten wurden mehrere Maßnahmen durchgeführt, um den Service zu verbessern. Dazu zählen unter anderem der Ausbau und die Adaptierung von mehr als 10 Bushaltestellen sowie Verbesserungen bei der Barrierefreiheit. Bei einzelnen Linien gab es zudem fahrplantechnische Anpassungen: Bei der Linie 7 wurden Fahrzeiten optimiert, bei der Linie 1 zusätzliche Einstiegsmöglichkeiten für Schüler:innen geschaffen.
- Mehr Angebot: +50 % Linien- und Fahrtenangebot gegenüber dem Vorjahr
- Elektrischer Betrieb: 100 % der Busse elektrisch
- Fahrgastwachstum: von 300.000 auf 400.000 Jahresfahrgäste
- Stromquelle: Eigenes Laufwasserkraftwerk
- Infrastruktur: Über 10 Haltestellen adaptiert und barrierefrei gemacht
Reaktionen aus Politik und Verwaltung
Gemeinderat Bernhard Wagner bezeichnete die Umstellung auf Elektrobusse und die Ausweitung des Angebots als „vollen Erfolg für Amstetten“. Die Stadtpolitik sieht in dem Projekt auch ein soziales Ziel: Durch ein attraktiveres Angebot soll insbesondere Familien das teure Zweitauto erspart bleiben, wie Vizebürgermeister Brandstetter betont.
„Die Maßnahmen, die wir gesetzt haben, haben sich bereits nach wenigen Monaten erfolgreich bewährt.“
Ungelöste Fragen und Ausblick
Trotz der positiven Zwischenbilanz bleiben Fragen offen: Ob die gesteigerte Nachfrage dauerhaft ist, wie sich der Betriebskostenverlauf bei steigenden Strom- und Wartungspreisen entwickelt und in welchem Umfang das Amstettner Modell auf andere Regionen übertragbar ist, muss sich noch zeigen. Die Stadt erwähnt bereits überregionale Anfragen, konkrete Kooperationen oder Lizenzvergaben wurden jedoch nicht genannt.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Jahresfahrgäste (vorher) | 300.000 |
| Jahresfahrgäste (heuer) | 400.000 |
| Mehrleistung Busangebot | +50 % |
| Jahreskilometer | 320.000 km |
| Haltestellen adaptiert | >10 |
Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Amstetten bedeuten diese Entwicklungen zunächst bessere Nahverkehrsverbindungen, mehr Verlässlichkeit im Schul- und Alltagsverkehr sowie eine lokal verankerte, CO2-arme Mobilitätslösung. Die nächsten Schritte der Stadt werden zeigen, ob das Modell langfristig wirtschaftlich tragfähig ist und ob der erwartete Verkehrseffekt – weniger Individualverkehr und damit auch weniger Parkdruck – eintreten wird.