Eine aktuelle Umfrage des Instituts INSA für die Zeitung „Bild am Sonntag“ zeigt die rechtspopulistische AfD klar vorn. Demnach kommt die Partei auf 29 Prozent. Die zusammengefassten deutschen Unionsparteien (CDU/CSU) sinken auf 19 Prozent und erreichen damit laut INSA ihren niedrigsten Wert in dieser Legislaturperiode.
Weitere Parteien und methodische Angaben
Die Erhebung weist auch Verschiebungen bei den anderen Bundestagsparteien aus. Die Sozialdemokraten (SPD) und die Grünen gewinnen jeweils einen Prozentpunkt und liegen bei 14 Prozent beziehungsweise 15 Prozent. Die Linke fällt auf 10 Prozent, die FDP kommt auf 4 Prozent, das populistische BSW bleibt bei 3 Prozent.
| Partei | Wahlwert (INSA) |
|---|---|
| AfD | 29 % |
| CDU/CSU | 19 % |
| Grüne | 15 % |
| SPD | 14 % |
| Die Linke | 10 % |
| FDP | 4 % |
| BSW | 3 % |
Für die Umfrage wurden dem Institut zufolge vom 21. bis 25. September insgesamt 1.203 Personen befragt. INSA gibt eine maximale statistische Fehlertoleranz von ±2,9 Prozentpunkten an.
Einordnung und politische Konsequenzen
Der Rückgang der Union auf 19 Prozent markiert in der Erhebung einen Tiefpunkt während der aktuellen Legislaturperiode. Für CDU und CSU dürfte das Ergebnis den Druck auf die Führung erhöhen, die Strategie und Positionierung zu überprüfen. Gleichzeitig bestätigt die Umfrage den andauernden Auftrieb der AfD, die in diesem Messwert die Spitzenposition einnimmt.
- Die AfD profitiert demnach weiterhin von stabil hoher Zustimmung gegenüber den etablierten Parteien.
- Union und FDP verzeichnen Verluste, was die Aussichten auf klassische bürgerliche Bündnisse erschwert.
- SPD und Grüne erreichen in dieser Erhebung nur noch mittlere Werte, die eine stabile Regierungsmehrheit ohne umfassende Koalitionsoptionen schwierig machen.
Politisch bedeutet das aktuelle Kräfteverhältnis, dass traditionelle Regierungsoptionen in Berlin unter Druck stehen. Eine Koalition ohne die AfD bleibt zwar die politische Norm; gleichzeitig machen die Umfragewerte deutlich, wie stark die AfD den öffentlichen Diskurs beeinflussen kann — nicht zuletzt, weil sie an der Spitze steht.
Was die Zahlen nicht sagen
Wichtig ist, die Umfrage als Momentaufnahme zu lesen. Die Fehlertoleranz von ±2,9 Prozentpunkten weist darauf hin, dass einzelne Werte schwanken können. Zudem geben Umfragen keinen direkten Aufschluss über mögliche Koalitionsverhandlungen oder über die Mobilisierung der Wählerschaft bei einer tatsächlichen Wahl.
Für die Union ist die Entwicklung dennoch alarmierend: Anhaltende Verluste können langfristig die parlamentarische Stärke und die Verhandlungsposition in Koalitionsgesprächen beeinträchtigen. Für die AfD bestätigen die Zahlen die Rolle als relevante Kraft im Parteiensystem. Die übrigen Parteien stehen vor der Herausforderung, auf diese Verschiebungen politisch zu reagieren.
Die Ergebnisse der INSA-Erhebung wurden über Agenturen verbreitet und liegen als Kurzmeldung vor. Weitere Analysen und Folgeumfragen werden zeigen, ob sich der derzeitige Trend stabilisiert oder wieder dreht.