Atzenbrugg. Zum 25-jährigen Bestehen von Service Freiwillige Niederösterreich trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Ehrenamt, Kultur, Medien und Politik im Schubertsaal des Schlosses Atzenbrugg. Anlass und Botschaft der Veranstaltung: Freiwilliges Engagement ist in Niederösterreich allgegenwärtig und benötigt verlässliche Rahmenbedingungen.
Was wichtig ist — kurz auf den Punkt
Die zentrale Erkenntnis der Feier: Ehrenamtliche Arbeit ist weit mehr als unbezahlte Tätigkeit. Sie trägt zur gesellschaftlichen Vernetzung bei, erhält Traditionen und ist ein Motor für Innovation und gelebte Demokratie. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Vereine und Engagierte, sodass gezielte Unterstützung notwendig wird.
Kernelemente der Entwicklung
- Historische Wurzel: Der Grundstein wurde 2001 im Internationalen Jahr der Freiwilligen gelegt.
- Modernisierung: 2024 wurde aus der klassischen Servicestelle das Freiwilligencenter Niederösterreich als Kompetenzzentrum.
- Umfang: Rund 800.000 Personen in Niederösterreich engagieren sich freiwillig.
- Beratungstätigkeit: Das Freiwilligencenter führt jährlich mehr als 1.000 Beratungsgespräche.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte bei der Veranstaltung, dass «Ehrenamt in unserer DNA» liege. Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, wies darauf hin, dass Freiwilligenarbeit nicht nur Dienstleistung sei, sondern «ein Innovationsmotor und ein lebendiger Ausdruck gelebter Demokratie».
„Freiwilligenarbeit ist weit mehr als eine unbezahlte Dienstleistung – sie ist ein Innovationsmotor und ein lebendiger Ausdruck gelebter Demokratie.“ — Martin Lammerhuber
Welche Angebote bietet das Freiwilligencenter?
Das Angebot richtet sich an Vereine und Einzelpersonen und reicht von praktischer Hilfestellung bis zu fachlicher Beratung:
- Freiwilligencheck und Freiwilligenbörse Niederösterreich
- Freiwilligenhandbuch sowie Seminare, Workshops und Weiterbildung
- Fachspezifische Unterstützung durch einen Freiwilligenanwalt und eine Freiwilligensteuerberaterin
- Die NÖ Freiwilligenversicherung als weiterer Baustein der Absicherung
Konsequenzen und offene Fragen
Die Umwandlung zur modernen Einrichtung 2024 signalisiert, dass das Land auf veränderte Anforderungen reagiert: Gesetzliche Vorgaben werden komplexer, bürokratische Pflichten nehmen zu. Für Ehrenamtliche bedeutet das mehr Bedarf an rechtlicher und organisatorischer Unterstützung. Entscheidende Fragen für die kommenden Jahre sind, wie die Angebote weiter ausgebaut, finanziell gesichert und digitalisiert werden sollen, ohne ehrenamtliche Strukturen zu überfrachten.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 2001 | Gründung der Servicestelle im Internationalen Jahr der Freiwilligen |
| 2024 | Umwandlung in das Freiwilligencenter Niederösterreich |
| heute | Jährlich >1.000 Beratungsgespräche; rund 800.000 Engagierte |
Für Leserinnen und Leser, die selbst in Vereinen aktiv sind oder ein Engagement planen, ist die Botschaft klar: Es gibt zentrale Anlaufstellen für rechtliche, steuerliche und organisatorische Fragen. Insbesondere bei steigenden Anforderungen kann das Freiwilligencenter als Beratungs- und Vernetzungsplattform entlasten.
Die Feier in Atzenbrugg unterstrich den Wert des Ehrenamts für das gesellschaftliche Gefüge Niederösterreichs und zeigte gleichzeitig, dass nachhaltige Unterstützung und Professionalisierung der Serviceleistungen notwendig sind, um freiwilliges Engagement auch künftig zu ermöglichen und zu stärken.