In Hamm hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 16‑jährigen Jugendlichen erhoben, dem unter anderem die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen wird. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen soll der Beschuldigte über einen Messengerdienst Kontakt zu einem Mitglied der Terrormiliz IS aufgenommen und sich später zu einem möglichen Anschlag auf eine Kirche in Hamm bereit erklärt haben.
Ermittlungen: Kontakte, Drohne und praktische Anweisungen
Demnach soll der junge Mann von Mai bis Oktober 2024 mit einem IS‑Mitglied in Kontakt gestanden haben und angekündigt haben, in IS‑Gebiet reisen und „in den »Dschihad« ziehen“ zu wollen. Mehr als ein Jahr später habe er mit einer weiteren Person über mögliche Anschläge gesprochen. Bei diesen Gesprächen soll er sich mutmaßlich zur Durchführung eines Brandanschlags auf eine Kirche in Nordrhein‑Westfalen, konkret in Hamm, bereit erklärt haben.
Die Ermittlungen legen nahe, dass der Beschuldigte konkrete Anweisungen erhielt, wie das Gebäude auszuspähen sei. Zu diesem Zweck habe er unter anderem eine Drohne gekauft. Die Gemeinde, deren Gotteshaus Gegenstand der angeblichen Planung gewesen sein soll, erfuhr den Berichten zufolge erst Wochen nach der Festnahme von den Vorgängen.
„Für den Jugendlichen gilt die Unschuldsvermutung.“
Weitere Vorwürfe und Chronologie
Der Fall umfasst nach Angaben der Ermittlungsbehörden mehrere Vorwürfe, die über die Anschlagsplanung hinausgehen. So soll der 16‑Jährige im März 2026 versucht haben, mithilfe von Silvesterraketen einen Hochsitz explodieren zu lassen. Außerdem wird ihm zur Last gelegt, Social‑Media‑Beiträge mit Gesängen zu verbreiten, die von den Medienstellen des IS verwendet werden.
- Mai–Oktober 2024: Kontakt zu einem IS‑Mitglied über einen Messengerdienst.
- Mehr als ein Jahr später: Gespräche über mögliche Anschläge und angebliche Bereitschaft zu einem Brandanschlag in Hamm.
- März 2026: Mutmaßlicher Versuch, einen Hochsitz mit Silvesterraketen zu sprengen.
- Wochen nach Festnahme: Gemeinde erfährt von Ermittlungen.
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| Mai–Okt 2024 | Kontakt zu IS‑Mitglied über Messenger |
| Mehr als 1 Jahr später | Gespräche über Anschläge; angebliche Drohnenaufklärung |
| März 2026 | Versuch, Hochsitz mit Raketen zu sprengen |
Konsequenzen für Hamm und offene Fragen
Die Anschuldigungen werfen für Hamm mehrere Fragen auf: Wie konnten potenzielle Sicherheitslücken bei schutzwürdigen Objekten aussehen, und wie wurde die Kommunikation zwischen Ermittlern und der betroffenen Gemeinde gehandhabt? Nach Angaben der Berichterstattung wurde die Gemeinde erst Wochen nach der Festnahme informiert. Das sorgt in einer Stadt wie Hamm, in der Gemeinschaftsorte wie Kirchen zentrale Funktionen erfüllen, für Besorgnis.
Rechtlich sind mehrere Aspekte noch ungeklärt. Es ist offen, ob der Jugendliche zur Tatzeit schuldfähig war; entsprechende Feststellungen stehen offenbar noch aus. Die Anklage umfasst sowohl den Vorwurf der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung als auch konkrete Planungen zu Gewaltakten. Die Staatsanwaltschaft und die zuständigen Sicherheitsbehörden werden die Beweislage im weiteren Verfahren darlegen müssen.
Für die Bevölkerung bleibt wichtig: Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Zugleich unterstreicht der Fall die Relevanz von Prävention, Früherkennung und transparenter Kommunikation zwischen Ermittlern, Institutionen und Gemeinden in Hamm.
Die Ermittlungen dauern an; weitere Angaben machten die Behörden bislang nicht.