In Chavannes-près-Renens hat der Kanton Waadt den neuen Gesundheitscampus fertiggestellt. Die Anlage umfasst ein Koordiniertes Zentrum für klinische Kompetenzen, die Hochschule für Gesundheit Waadt und ein Studentenwohnheim. Die Schlüssel für die drei Gebäude wurden am Donnerstag übergeben; der Betrieb beginnt im September, wenn die ersten Studierenden und Fachkräfte erwartet werden. Der Kanton investierte insgesamt 300 Millionen Franken in das Vorhaben.
Langjähriges Projekt, jetzt betriebsbereit
Das Projekt geht auf Vorarbeiten aus dem Jahr 2008 zurück. Nach Jahren der Planung und des Baus nimmt der Campus nun den Betrieb auf. Die Kantonsregierung beschreibt die Investition als eine der grössten der letzten Jahre und sieht darin einen Beitrag zur Stärkung der Rolle des Kantons im regionalen Gesundheitsökosystem, dem sogenannten Health Valley.
Zusammenspiel von Lehre, Praxis und Forschung
Im Zentrum steht das sogenannte C4 – das Koordinierte Zentrum für klinische Kompetenzen. Dieses wurde in Kooperation von vier waadtländischen Institutionen geschaffen: dem Universitätsspital CHUV, der Fakultät für Biologie und Medizin der Universität Lausanne (UNIL), der Hochschule für Gesundheit Waadt (HESAV) und dem Institut sowie der Hochschule für Gesundheit La Source. Das C4 ist als Plattform konzipiert, welche die berufsübergreifende Ausbildung fördert und gleichzeitig als Katalysator für Forschung und Innovation dienen soll.
«Eines der bedeutendsten Projekte» der letzten Jahre, hiess es vonseiten der Kantonsregierung; das C4 wurde vom CHUV als «echtes Ökosystem» bezeichnet.
Die neue Infrastruktur soll simulationsgestütztes Lernen ermöglichen und realitätsnahe Übungsbedingungen bereitstellen. Dazu gehören ein simuliertes Krankenhaus, eine Akutstation, Sprechzimmer und sogar eine Wohnung, in der Alltagssituationen geprobt werden können. Solche Einrichtungen erlauben den Übergang von theoretischem Wissen zu konkreten Fertigkeiten unter kontrollierten Bedingungen.
Konkrete Ausbildungsbereiche und Zielgruppen
Der Campus richtet sich an eine breite Palette von Gesundheitsberufen. Zu den vorgesehenen Nutzern zählen unter anderem:
- Ärztinnen und Ärzte
- Pflegefachpersonen
- Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
- Hebammen
- Medizinisch-technische Radiologieassistenten
- Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten
Das Angebot dient sowohl der Grundausbildung wie auch der Fort- und Weiterbildung. Die Kompetenzzentren sollen ausserdem interprofessionelle Zusammenarbeit fördern, indem sie gemeinsame Übungen und Szenarien ermöglichen.
Gebäude und Funktionen auf einen Blick
| Gebäude | Hauptfunktion |
|---|---|
| C4 | Simulation, klinische Ausbildung, Forschungsplattform |
| HESAV | Lehre und Studienprogramme der Hochschule für Gesundheit |
| Neostar | Studentisches Wohnen |
Erwartete Auswirkungen vor Ort
Die Eröffnung hat mehrere erwartbare Effekte für die Region. Kurzfristig schafft der Campus Wohnraum für Studierende in Form des neuen Wohnheims Neostar. Mittelfristig dürfte die verstärkte Ausbildung von Pflege- und Gesundheitsfachkräften dazu beitragen, Engpässe in der Versorgung zu schwächen und die Qualität der Betreuung zu erhöhen. Langfristig positioniert sich der Kanton stärker im Health Valley, einem Netzwerk aus Forschung, Lehre und Wirtschaft im Gesundheitssektor.
Aus Sicht der beteiligten Institutionen bietet die neue Infrastruktur zusätzliche Möglichkeiten, Ausbildungsinhalte zu modernisieren und stärker praxisorientiert zu lehren. Zugleich soll der Campus als Plattform für gemeinsame Forschungs- und Innovationsprojekte dienen, vor allem im Bereich der Pädagogik und Simulationstechnologien.
Praktische Hinweise
Die Inbetriebnahme erfolgt gestaffelt; die ersten Lehrveranstaltungen und Übungseinheiten starten im September. Die Einrichtungen stehen sowohl Studierenden als auch Fachpersonal in Ausbildung offen. Weitere Details zu Studiengängen, Belegung des Wohnheims und Nutzungsregeln werden die beteiligten Institutionen in den kommenden Wochen kommunizieren.
Mit dem neuen Campus gewinnt die Region ein grösseres Spektrum an Bildungsmöglichkeiten im Gesundheitsbereich und stärkt zugleich die Vernetzung zwischen akademischer Forschung und klinischer Praxis.