Partnerstadtbesuch verbindet Institutionen und Privathaushalte
Eine rund 30-köpfige Delegation aus der polnischen Partnerstadt Dobrzen Wielki war von Donnerstag bis Sonntag zu Gast in Wil. Der Austausch, der alle zwei Jahre zwischen den beiden Gemeinden stattfindet, bot den Gästen Einblicke in kommunale Angebote, Bildungseinrichtungen, Landwirtschaft und lokale Traditionen. Die Besucher wurden bei Wiler Privatpersonen untergebracht, wodurch der offizielle Besuch mit persönlichen Begegnungen verbunden wurde.
Technische Betriebe Wil: Energie- und Wasserversorgung im Fokus
Der erste Programmpunkt führte die Delegation zu den Technischen Betrieben Wil (TBW). Nach einer Einführung durch Stadtrat Lukas Reimann standen insbesondere Solar-Contracting und die Solar Community im Mittelpunkt. Die Gäste besichtigten ein Wasserreservoir sowie die Steuerungszentrale der TBW und erhielten damit einen praktischen Eindruck der kommunalen Versorgungsinfrastruktur.
Schule als Lernort und demokrischer Erfahrungsraum
Am Freitagnachmittag wechselte das Programm an die Oberstufe Sonnenhof. Stadtrat Jigme Shitsetsang und Schulleiter Cäsar Camenzind begrüssten die Besucher. Die Delegation konnte verschiedene Unterrichtslektionen besuchen, darunter Makerspace, Deutsch, «Räume‑Zeiten‑Gesellschaft» sowie Sport. Besonderes Interesse weckte der Einblick in den Schülerrat und das Schülerparlament, wo die polnischen Gäste sahen, wie Jugendliche im Wiler Schulalltag Anliegen formulieren und demokratische Prozesse erleben.
Landwirtschaft, Biogas und lokale Kultur
Das Wochenende führte die Gäste auch ausserhalb der Stadtgrenzen: Auf dem Hof der Familie Gemperle in Buhwil standen Landwirtschaft und Biogasproduktion auf dem Programm. In Dreibrunnen informierten sich die Besucher über die Geschichte und Kultur des Ortes und besuchten ein Orgelkonzert von Marie‑Louise Eberhard. Eine Führung durch den Hof zu Wil sowie ein gemeinsames Abendessen mit regionaler Unterhaltung schlossen den offiziellen Teil des Besuchs ab.
Traditionelles Brauchtum und Vereinsleben
Am Freitagabend erlebten die Gäste die Wiler Tradition des Stecklträge und verfolgten den Umzug durch die Altstadt. Der Brauch, der Wurzeln im Schützenwesen hat und bis mindestens ins Jahr 1665 zurückreicht, vermittelte den Besuchern lokale Identität und Festkultur.
«Alle zwei Jahre findet zwischen Wil und seiner polnischen Partnerstadt Dobrzen Wielki ein gegenseitiger Besuch statt.»
Programmüberblick
Das offizielle Besuchsprogramm gliederte sich in technische, bildungsbezogene, landwirtschaftliche sowie kulturelle Elemente. Es verband institutionelle Präsentationen mit privaten Begegnungen und regionalen Traditionen.
- Einführung bei den Technischen Betrieben Wil: Solar‑Contracting, Solar Community, Wasserreservoir, Steuerungszentrale
- Besuch an der Oberstufe Sonnenhof: Teilnahme an Unterrichtslektionen, Einblicke in Schülerrat und Schülerparlament
- Hofbesuch in Buhwil: Landwirtschaft, Biogas
- Kulturelle Programmpunkte: Dreibrunnen, Orgelkonzert, Führung Hof zu Wil, Stecklträge‑Umzug
| Tag | Schwerpunkt |
|---|---|
| Donnerstag | Technische Betriebe Wil (Energie, Wasser) |
| Freitag | Oberstufe Sonnenhof (Unterricht, Schülerorgane) |
| Samstag | Landwirtschaft, Dreibrunnen, Orgelkonzert |
| Samstag Abend | Hofführung und gemeinsames Abendessen |
Für Wil zeigt der Besuch mehrere Aspekte: Die Stadt präsentiert ihre technische Infrastruktur und ihr Bildungsangebot, lokale Betriebe und Kulturschaffende erhalten Aufmerksamkeit, und private Gastfreundschaft stärkt die bilateralen Beziehungen. Solche Partnerschaftsbesuche dienen nicht nur dem Austausch von Informationen, sondern fördern auch persönliche Beziehungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Regionen — ein Beitrag zur Verständigung innerhalb Europas.