Schulprojekt verbindet Kunstvermittlung und Alltags-Nachhaltigkeit
In der Bundesfachschule für wirtschaftliche Berufe mit Aufbaulehrgang (BFW‑AL) Wörgl haben sich 17 Schülerinnen und zwei Schüler der 2A‑Klasse in den vergangenen Wochen intensiv mit der Frage beschäftigt, welche Auswirkungen ihr Lebensstil auf die Umwelt hat und welche Veränderungen möglich sind. Das Projekt trug den Titel „Nachhaltigkeit und Kunst“ und wurde im Unterrichtsgegenstand KOM (Kreativität, Office und Medien) sowie im Religionsunterricht begleitet.
Betreut wurde das Projekt von Dipl.-Päd. Petronella Rieder gemeinsam mit Dipl.-Päd. Maria Schobert. Wegen der weiterhin bestehenden Corona‑Einschränkungen fand die Zusammenarbeit überwiegend digital statt. Die Schülerinnen und Schüler setzten die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch um und versuchten, ihr Verhalten im Alltag zu ändern.
Konkrete Schwerpunkte und künstlerische Umsetzung
Die beteiligten Teams wählten unterschiedliche Herangehensweisen, um Ressourcen zu schonen und den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten. Im Zentrum standen:
- Fleischlose Ernährung als Beitrag zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks,
- verpackungsfreies Einkaufen zur Vermeidung von Einwegplastik und Verpackungsmüll,
- die Vorteile von regionalen und saisonalen Lebensmitteln als Alternative zu importierten Produkten.
Die Schülerinnen und Schüler dokumentierten ihre Erfahrungen, setzten Umstellungen teilweise mit ihren Familien um und verarbeiteten die Eindrücke schließlich in individuellen Kunstwerken. Ziel war es, persönliche Einstellungen und Verhaltensweisen nachhaltig zu verändern und diese Auseinandersetzung künstlerisch sichtbar zu machen.
„Aus diesen gewonnenen Erfahrungen entstanden die individuellen Kunstwerke“, erklärt Dipl.-Päd. Petronella Rieder.
Präsentation erst im Herbst – digitale Lernformen begleiteten das Projekt
Aufgrund der Lockdown‑Beschränkungen war eine Vernissage mit Publikum zum geplanten Zeitpunkt nicht möglich. Die öffentliche Ausstellung der entstandenen Arbeiten wird daher auf den Herbst verschoben. Bei der „echten“ Ausstellungseröffnung in der Bundesfachschule sollen die Kunstwerke sowie die dahinterstehenden Gedanken und Erfahrungen dann präsentiert werden.
Die digitale Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts spiegelt die derzeitige Praxis vieler Schulen wider: Unterricht und Projektarbeit erfolgen hybrid oder online, gleichzeitig bleibt der Wunsch erhalten, Ergebnisse persönlich und vor Ort zu zeigen. Die Verschiebung der Präsentation bedeutet zudem, dass die Arbeiten einem breiteren Publikum vorgestellt werden können, wenn wieder Präsenzveranstaltungen möglich sind.
Lokaler Kontext und Folgen für die Schulgemeinschaft
Für die BFW‑AL Wörgl zeigt das Projekt, wie fachliche Ausbildung mit gesellschaftlichen Themen verknüpft werden kann. Die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit ist sowohl für die berufsbezogene Bildung an einer wirtschaftlich orientierten Schule als auch für die Entwicklung eines verantwortungsvollen Konsumverhaltens relevant. Dass Schülerinnen und Schüler Elemente wie verpackungsfreies Einkaufen oder saisonale Ernährung auch zuhause ausprobierten, weist auf eine mögliche Verstetigung der Verhaltensänderung hin.
Die künstlerische Umsetzung erlaubt es, komplexe Themen nicht nur analytisch, sondern auch emotional und ästhetisch zu bearbeiten. Wird die Ausstellung im Herbst gezeigt, können Mitschülerinnen und Mitschüler, Eltern sowie die Öffentlichkeit die Projekte sehen und die Diskussion um nachhaltiges Verhalten in der Region befördern.
| Aspekt | Angaben |
|---|---|
| Teilnehmende Klasse | 2A |
| Teilnehmende Schüler | 17 Schülerinnen und 2 Schüler |
| Betreuende Lehrkräfte | Dipl.-Päd. Petronella Rieder, Dipl.-Päd. Maria Schobert |
| Geplante Präsentation | Herbst (verschoben wegen Lockdown) |
Die Initiative reiht sich in zahlreiche schulische Projekte ein, die Nachhaltigkeit thematisieren. Für Wörgl bedeutet das: Bildungseinrichtungen tragen aktiv zur Sensibilisierung jüngerer Generationen bei und schaffen Plattformen, um Veränderungsprozesse sichtbar zu machen.
Ob die im Projekt begonnenen Verhaltensänderungen dauerhaft bleiben, lässt sich noch nicht beurteilen. Klar ist jedoch, dass die Kombination aus persönlicher Erfahrung, digitaler Zusammenarbeit und künstlerischer Auseinandersetzung einen vielschichtigen Zugang zum Thema eröffnet und die Basis für weitere schulische Aktivitäten in diesem Bereich schaffen kann.