Ausstellung in Telfs setzt sich mit historischer Instrumentalisierung von „Heimat“ auseinander
Im Rahmen des fünften Literaturfestivals „fabula rasa“ wurde in Telfs am ersten Lesungsabend die Ausstellung „Heimat – zwischen Geborgenheit und Propaganda“ eröffnet. Die Schau, die in Kooperation mit der Bücherei & Spielothek Telfs gezeigt wird, bietet einen historischen Blick auf den Begriff „Heimat“ und untersucht, wie er in Krisen- und Kriegszeiten genutzt und instrumentalisiert wurde.
Die Autorin der Zusammenstellung ist die Telfser Ortschronistin Lena Burgstaller. In der Präsentation werden historische Begriffe wie „Heimatfront“, „heimatlos“, „Heimateinsatz“ und „Heimaturlaub“ thematisiert und anhand lokaler Dokumente näher erläutert. Zu sehen sind unter anderem Feldpostbriefe aus unterschiedlichen Epochen, die die Sehnsucht nach Rückkehr und die persönliche Bedeutung von Heimat verdeutlichen.
„Man stirbt für die Heimat, und man kämpft für die Heimat!“
Dieser Satz, der in der Ausstellung zitiert wird, steht exemplarisch für die emotionale Aufladung des Begriffs in Kriegszeiten. Die Feldpost fungierte dabei als zentrales Kommunikationsmittel: In der Ausstellung werden auch Beispiele gezeigt, die belegen, welchen Stellenwert Briefe für Soldaten und Angehörige hatten.
Regionale Quellen und Zugänglichkeit
Die gezeigten Objekte stammen vorwiegend aus lokalen Beständen und bieten somit einen Bezug zu Telfs und seiner Umgebung. Die Schau ist während der regulären Öffnungszeiten der Bücherei frei zugänglich; darüber hinaus werden persönliche Führungen durch die Ortschronistin angeboten. Für eine Terminvereinbarung ist eine Kontaktmöglichkeit angegeben: 0676 / 383 08 318.
Die Ausstellung will nicht nur historische Fakten vermitteln, sondern auch Diskussionen anregen: Wer definiert „Heimat“? Wem wird der Begriff zugesprochen? Und wie verändert sich seine Bedeutung in politischen Extremzeiten? Diese Fragen sollen Besucherinnen und Besucher anregen, lokale Geschichte im größeren historischen Kontext zu sehen.
Bedeutung für Telfs
Für die Gemeinde Telfs ist die Ausstellung sowohl kulturell als auch bildungspolitisch relevant. Sie ergänzt das Programm des Literaturfestivals „fabula rasa“, das heuer bereits in die fünfte Runde geht, und stärkt die Rolle der Bücherei als öffentlichen Bildungsort. Die Verknüpfung von Literaturveranstaltung und historischer Ausstellung bietet eine niedrigschwellige Möglichkeit, historische Quellen zu präsentieren und lokale Erinnerungskultur zu fördern.
- Ort: Bücherei & Spielothek Telfs
- Veranstaltung: Ausstellung „Heimat – zwischen Geborgenheit und Propaganda“
- Kontext: Eröffnung im Rahmen des fünften „fabula rasa“-Literaturfestivals
- Führungen: Buchbar über 0676 / 383 08 318
Weiteres Programm und Ausblick
Die Ausstellung ist Teil eines breit angelegten Programms, das Literatur, Geschichte und Erinnerungskultur verknüpft. Solche Kooperationen zwischen Kulturinstitutionen und lokalen Chronistinnen und Chronisten schärfen das Bewusstsein für regionale Quellen und deren Bedeutung für gegenwärtige Debatten über Identität und Zugehörigkeit.
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Eröffnung | Erster Lesungsabend des „fabula rasa“-Festivals |
| Kuratorin | Lena Burgstaller (Ortschronistin) |
| Zugang | Während der regulären Öffnungszeiten der Bücherei frei zugänglich |
Die Ausstellung bietet einen lokalen Zugang zu einem Thema, das über Telfs hinaus in gesellschaftlichen Debatten wiederkehrend ist: die Frage, wie Worte wie „Heimat“ politisch instrumentalisiert werden können und wie Erinnerung in der Gemeinde bewahrt wird. Für Interessierte lohnt sich der Besuch sowohl aus historischer Neugier als auch im Hinblick auf aktuelle Diskurse über Identität und Zugehörigkeit.