Land gibt Bereitschaft, aber nicht sofortige Ausweitung bekannt
Der stellvertretende Landeshauptmann und Familienreferent, Dr. Manfred Haimbuchner, hat den LINZ AG Bädern eine mögliche Kooperation in Aussicht gestellt, die jedoch an die finanziellen Möglichkeiten gebunden ist. Anlass ist ein Ansuchen der LINZ AG Bäder um Förderung für alle derzeit angebotenen 40 Intensivschwimmkurse, das Haimbuchner jüngst erreicht hat.
Haimbuchner macht deutlich, dass das bestehende Förderprojekt des Landes noch in der Startphase sei und eine sofortige Ausweitung das geplante Budget sprengen würde. Daher könne eine Erweiterung „nur sukzessive erfolgen“ und frühestens im kommenden Jahr geprüft werden, heißt es in der Stellungnahme.
„Eine Förderung aller Schwimmkurse der LINZ AG Bäder würde das vorgesehene Budget des Projektes sprengen. Unser Förder-Projekt befindet sich noch in der Startphase, eine Ausweitung kann nur sukzessive erfolgen.“
Streitpunkt Kurskosten und Teilnehmerherkunft
Im Schreiben der LINZ AG Bäder wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass rund 40 Prozent der Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Umlandgemeinden stammen und dies zusätzliche finanzielle Belastungen für das Land bedeuten würde. Diesen Einwand bewertet Haimbuchner kritisch: Er hebt hervor, dass hohe Nachfrage für das Angebot der Stadt Linz spreche und zusätzliche Besucher auch Mehreinnahmen durch Eintritt und Konsumation bedeuten könnten.
Deutlich wird der Streit auch beim Vergleich der Kursgebühren. Laut Haimbuchner kostet das Angebot der LINZ AG pro Kind 186 Euro, während die Schwimmkurse des Landes gesamt 90 Euro kosten, wobei der Selbstbehalt beim Landesmodell nur 25 Euro beträgt. Der stellvertretende Landeshauptmann bezeichnet diesen Unterschied als für Linzer Familien deutliche Mehrbelastung.
| Angebot | Gesamtpreis | Selbstbehalt |
|---|---|---|
| LINZ AG Bäder (Kurse Stadt Linz) | 186 Euro | nicht angegeben |
| Landes-Schwimmkurse | 90 Euro | 25 Euro |
Folgen für Linz als Standort und für Beschäftigte
Die Diskussion hat mehrere Ebenen: Zum einen stehen kommunale Leistungserbringer wie die LINZ AG Bäder unter dem Druck, kostendeckend zu arbeiten und trotzdem leistbare Angebote für Familien zu halten. Zum anderen betrifft die Frage der Förderfähigkeit die öffentliche Hand und damit die Priorisierung in Haushalten und Projekten.
Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bäder bedeutet eine Verzögerung von Fördervereinbarungen Planungsunsicherheit. Öffentliche Zuschüsse beeinflussen oft Umfang und Belegung von Kursen, damit indirekt auch Beschäftigungsumfang und Einsatzpläne von Trainerinnen und Trainern. Für Eltern und Familien in Linz wiederum ist die Frage relevant, ob Schwimmkurse künftig preiswerter werden und in welchem Umfang Plätze zur Verfügung stehen.
- Derzeit beantragte Förderung: 40 Intensivschwimmkurse.
- Ggf. betroffener Anteil Teilnehmer aus Umlandgemeinden: 40 % (Angabe im Schreiben).
- Unterschiede bei Kurskosten: 186 Euro (LINZ AG) vs. 90 Euro (Landesmodell).
Ausblick
Haimbuchner stellt zwar eine Kooperation in Aussicht, schränkt diese aber klar an das verfügbare Budget und an einen sukzessiven Ausbau. Konkrete Zusagen für das laufende Jahr gibt es nicht, da die Förderung für heuer bereits verplant sei. Damit bleibt offen, in welchem Umfang Linzer Familien kurzfristig mit einer preislichen Entlastung rechnen können. Weitere Gespräche zwischen dem Familienreferat und der LINZ AG Bäder sind zu erwarten, um Finanzierungs- und Teilnahmefragen zu klären.
Die Auseinandersetzung zeigt exemplarisch, wie kommunale Angebote, Landesförderungen und die Nachfrage aus dem Umland zusammenwirken und die Debatte um Zugänglichkeit von Angeboten für Familien in Linz prägen.