LEONDING. Eltern von Kindern, die in bestimmten Situationen nicht sprechen, erhalten in Leonding ein spezielles Unterstützungsangebot: Die Caritas veranstaltet eine mehrteilige Workshopreihe, die Informationen, praktische Hilfen und Austauschmöglichkeiten bündelt. Zielgruppe sind Familien mit Kindern und Jugendlichen, die unter selektivem Mutismus leiden – einer angstbezogenen Störung, bei der betroffene Kinder in vertrauter Umgebung normal sprechen, in der Schule oder gegenüber Fremden jedoch verstummen.
Was steckt hinter der Sprechhemmung?
Selektiver Mutismus ist keine bewusste Verweigerung, sondern eine Störung, die mit Angst und innerer Blockade verbunden ist. Die Caritas-Logopädin und Mutismustherapeutin Birgit Grünzweil erläutert den Sachverhalt und betont, dass betroffene Kinder „in diesen Situationen tatsächlich nicht sprechen“. Damit unterscheidet sich die Problematik deutlich von Schüchternheit oder bewusstem Trotzverhalten.
Angebot und Ablauf der Reihe
Die Workshopserie trägt den Titel „Gestärkte Eltern für starke Kinder“ und verknüpft Fachinformationen mit praktischer Alltagsunterstützung und Austausch unter betroffenen Eltern. Begleitet werden die Treffen von Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen: Logopädie, Psychotherapie, Pädagogik sowie spezialisierte Mutismustherapie.
- Start: Montag, 12. Oktober, 16.30 Uhr
- Ort: Kinder- und Jugendkompetenzzentrum, St. Isidor 13, Leonding
- Ziel: Informationen zu Ursachen, Therapieoptionen und konkreten Strategien für den Familien- und Schulalltag
Die Veranstaltungen bieten zudem Raum für Fragen und Erfahrungsaustausch. Laut Caritas stellen sich viele Familien die Frage, wie sie ein betroffenes Kind unterstützen können, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen. Genau dabei setzen die Workshops an: Es geht um Förderung ohne Zwang und um Strategien, die in den Alltag integrierbar sind.
„Dahinter steckt keine Absicht. Die Kinder können in diesen Situationen tatsächlich nicht sprechen.“
Termine im Überblick
Die Reihe besteht aus mehreren Terminen über Monate hinweg, sodass Eltern Begleitung über einen längeren Zeitraum erhalten können. Neben dem Auftakt im Oktober sind weitere Treffen geplant, darunter auch offene Elterntreffs im Frühjahr.
| Termin | Uhrzeit | Hinweis |
|---|---|---|
| 12. Oktober | 16.30–18.00 | Auftakt |
| 16. November | 16.30–18.00 | Folgetermin |
| 18. Jänner | 16.30–18.00 | Informations- und Austauschsession |
| 15. März | 16.30–18.00 | Vertiefung |
| 12. April | 16.30–18.00 | Offener Elterntreff |
| 10. Mai 2027 | 16.30–18.00 | Offener Elterntreff |
Die Inhalte decken Grundlagen des selektiven Mutismus, mögliche Behandlungsansätze und spezielle Problemstellungen im Schulumfeld ab. Besonders relevant ist die praktische Frage, wie Lehrpersonen und Eltern eine Situation gestalten können, in der das Kind nicht zusätzlich unter Druck gerät, aber dennoch angemessen gefördert wird.
Konsequenzen für Familien und Schule
Für Leonding bedeutet das Angebot eine niedrigschwellige Möglichkeit, fachliche Unterstützung ohne lange Anfahrten zu erhalten. Pädagogische Einrichtungen profitieren indirekt, wenn Eltern Strategien lernen, die zuhause und in der Schule umgesetzt werden können. In der Praxis kann das bedeuten, dass mündliche Mitarbeit anders bewertet oder alternative Formen der Leistungsfeststellung in Erwägung gezogen werden – stets abgestimmt mit Fachleuten.
Die Initiative ist Teil der lokalen Sozial- und Gesundheitsarbeit und entspricht dem wachsenden Bedürfnis nach spezialisierten Angeboten für psychische Gesundheit bei Kindern. Eltern, die betroffen sind oder sich unsicher fühlen, erhalten über diese Reihe nicht nur Information, sondern auch konkrete Werkzeuge für den Alltag.
Weitere Informationen zur Anmeldung und zum genauen Ablauf sind direkt bei der Caritas Oberösterreich erhältlich.