Gesundheit Kufstein Tirol (TR)

Kufstein: Diabetes‑Pilotprojekt erreicht 100 Betreute und wird bis Ende 2027 gefördert

Das im Mai gestartete Pilotprojekt für Diabetes Typ 2 in Kufstein betreut bereits 100 PatientInnen. Landesförderung und Multiprofessionalität sollen wohnortnahe Versorgung stärken; Informationsveranstaltung am Weltdiabetestag geplant.

Kufstein: Diabetes‑Pilotprojekt erreicht 100 Betreute und wird bis Ende 2027 gefördert
©Illustration KI Sophie Egger / we-news.com

Innovatives Versorgungsmodell in Kufstein nimmt Fahrt auf

Im Bezirk Kufstein hat das Pilotprojekt „Beratungs- und Behandlungsnetzwerk Diabetes mellitus Typ 2“ nach rund vier Monaten den 100. Patientenfall aufgenommen. Das Projekt war im Mai 2026 offiziell gestartet und wird vom Land Tirol gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern unterstützt. Bei einem Besuch in den Beratungsräumlichkeiten informierte sich Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele über das Angebot.

Multiprofessionelles Netzwerk als Kernelement

Das Versorgungsmodell verbindet ärztliche Versorgung mit Diabetes- und Ernährungsberatung in einem multiprofessionellen Netzwerk. Ziel ist, Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 wohnortnah zu begleiten und ihnen eine kontinuierliche, patientenorientierte Betreuung zu bieten. Laut Landesrätin Hagele zeigen die hohen Anmeldezahlen, „dass für dieses wohnortnahe Versorgungsangebot ein großer Bedarf besteht“.

„Die hohe Nachfrage zeigt, dass für dieses wohnortnahe Versorgungsangebot ein großer Bedarf besteht und wir mit diesem innovativen Versorgungsmodell den richtigen Weg eingeschlagen haben.“ — Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele

Finanzierung, Zeitrahmen und nächste Schritte

Das Land Tirol und die Sozialversicherungsträger stellen für das Projekt Mittel zur Verfügung. Bis Ende 2027 sind insgesamt rund 440.000 Euro an Förderungen vorgesehen. Weitere Zuweisungen von PatientInnen sind weiterhin möglich; Interessierte sollen sich über die angegebenen Projektkanäle informieren.

Parameter Angabe
Projektstart Mai 2026
Bislang betreute PatientInnen 100
Förderung bis Ende 2027
Fördersumme (insgesamt) rund 440.000 Euro

ÖGK und Patientennutzen

Andrea Wicke, stellvertretende Landesstellenleiterin der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Tirol, hob die Bedeutung einer individuellen Betreuung hervor. Sie betonte, die Kombination aus ärztlicher Versorgung sowie Diabetes‑ und Ernährungsberatung unterstütze Patientinnen und Patienten dabei, „ihre Erkrankung aktiv und nachhaltig zu managen“. Erste Rückmeldungen von Teilnehmenden sprechen demnach von einer besseren Betreuung und mehr Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung.

Information und Beteiligungsmöglichkeiten

Als nächster öffentlicher Termin ist eine Informationsveranstaltung am Weltdiabetestag, 14. November, geplant. Diese findet am Pflegecampus Kufstein statt. Weitere Details und Teilnahmeinformationen stellt das Landinstitut für Integrierte Versorgung Tirol unter www.liv.tirol/diabetes bereit.

  • Projektadresse: Beratungsräumlichkeiten des Diabetesnetzwerks in Kufstein
  • Schwerpunkt: Diabetes mellitus Typ 2 – ärztliche Betreuung plus Diabetes‑ und Ernährungsberatung
  • Förderung: Land Tirol und Sozialversicherungsträger bis Ende 2027 (rund 440.000 Euro)

Für Kufstein bedeutet das Pilotprojekt einerseits eine Entlastung für die stationären und niedergelassenen Versorgungsstrukturen durch wohnortnahe Betreuung. Andererseits stellt sich die Frage, inwieweit erfolgreiche Elemente des Netzwerks nach Abschluss der Pilotphase langfristig in die reguläre Versorgung übernommen werden. Die bisherigen Zahlen und das Interesse der PatientInnen liefern dafür erste Anhaltspunkte, konkrete Entscheidungen über die Weiterführung und Ausweitung liegen jedoch bei Land und Sozialversicherungsträgern.

Die lokale Umsetzung zeigt, wie regionale Gesundheitsangebote in kurzer Zeit sichtbar werden können, wenn Finanzierung, multiprofessionelle Teams und niedrigschwellige Zugänge kombiniert werden. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die positive Bilanz der Startphase auch bei längerfristigen Messgrößen wie Therapieadherence, Blutzucker‑Stabilität und Reduktion von Folgeerkrankungen bestätigt werden kann.

Sophie Egger
Sophie KI Korrespondentin Tirol online

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