Wirtschaft Innsbruck Tirol (TR)

Innsbruck: Russmedia schließt Druckerei in der Ing.-Etzel-Straße – 63 Jobs fallen weg

Nach der Übernahme der Moser Holding verlagert Russmedia die Druckaufträge nach Schwarzach. Der Standort in Innsbruck wird Ende März 2027 geschlossen; 63 Mitarbeitende verlieren ihren Arbeitsplatz. Betriebsrat und Gewerkschaft wurden in Gespräche eingebunden, ein Sozialplan ist vorgesehen.

Innsbruck: Russmedia schließt Druckerei in der Ing.-Etzel-Straße – 63 Jobs fallen weg
©Illustration KI Sophie Egger / we-news.com

Übernahme führt zur Produktionsverlagerung

Die Vorarlberger Mediengruppe Russmedia hat angekündigt, den Druckstandort der Tiroler Moser Holding in der Ing.-Etzel-Straße in Innsbruck per Ende März 2027 zu schließen. Grund dafür sei eine strategische Neuausrichtung nach der Übernahme der Moser Holding („Tiroler Tageszeitung“), teilte Russmedia am Freitag mit. Ab April 2027 sollen die Druckaufträge der Gruppe vollständig in Schwarzach (Bezirk Bregenz) erledigt werden.

Konkrete Auswirkungen auf Beschäftigte

Durch die Schließung entfallen am Standort Innsbruck 63 Arbeitsplätze. Russmedia kündigte an, dass ein Sozialplan vorgesehen sei und Gespräche mit dem Betriebsrat sowie der Gewerkschaft aufgenommen wurden. Bis zur Schließung laufe die Produktion in Innsbruck jedoch in vollem Umfang weiter, so die Mitteilung der Unternehmensseite.

„Das aktuelle Druckvolumen reicht nicht aus, um zwei Standorte dauerhaft wirtschaftlich zu betreiben. Deshalb bündeln wir die Produktion künftig in Schwarzach“, sagte Russmedia-Geschäftsführer Markus Raith.

Der Geschäftsführer der Druckerei Innsbruck, Alexander Ströhle, betonte die Fortführung der Produktion und Unterstützung für die Beschäftigten:

„Unser Ziel ist, den Betrieb in Innsbruck bis 31. März 2027 in gewohnt hoher Qualität weiterzuführen und die Belegschaft beim beruflichen Umstieg bestmöglich zu unterstützen.“

Reaktionen von Gewerkschaft und Betriebsrat

Die Tiroler Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) forderte umgehend einen umfassenden Sozialplan. In einer ersten Stellungnahme sprach die GPA von einer dramatischen Situation für die Betroffenen und verwies auf die persönlichen Folgen für Familien und Lebenspläne. Konkrete Details zu Inhalten oder Umfang des geplanten Sozialplans nannte Russmedia bisher nicht; auch zu möglichen Transfermaßnahmen oder Abfindungen liegen keine Angaben vor.

  • Schließungszeitpunkt: 31. März 2027
  • Betroffene Beschäftigte: 63
  • Produktionsverlagerung: Schwarzach (Russmedia-Sitz)
  • Begleitmaßnahmen: Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft, angekündigter Sozialplan

Branchenwandel als Hintergrund

Russmedia begründet den Schritt mit dem langfristigen Rückgang des Druckvolumens in der Branche. In der Mitteilung heißt es, dass durch die Bündelung der Produktion in Schwarzach Qualität, Produktionssicherheit und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmensgruppe langfristig gesichert werden sollen. Die Druckerei in Schwarzach ist direkt an das Redaktions- und Verwaltungsgebäude angeschlossen, was aus Sicht der Unternehmensführung logistische Vorteile bringen dürfte.

Faktor Angabe
Schließungsdatum 31. März 2027
Anzahl betroffener Stellen 63
Zukünftiger Produktionsstandort Schwarzach (Bez. Bregenz)

Lokale Folgen und offene Fragen

Für Innsbruck bedeutet der Wegfall der Druckerei nicht nur unmittelbare Arbeitsplatzverluste, sondern auch einen Verlust an lokaler Produktion und Zulieferleistungen. Druckereien sind oft Arbeitgeber von Facharbeiterinnen und Facharbeitern, bieten Ausbildungsplätze und wirken sich auf Zulieferbetriebe sowie Logistik aus. Welche konkreten Unterstützungspakete Russmedia bietet, wie viele Beschäftigte inner- oder außerhalb des Unternehmens übernommen werden können und ob Qualifizierungsmaßnahmen geplant sind, bleibt offen.

Wichtig sind jetzt die Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft. Die angekündigten Gespräche und der Hinweis auf einen Sozialplan sind erste Schritte, konkrete Vereinbarungen über Transfermaßnahmen, Abfertigungen, Qualifizierungsangebote oder mögliche Kurzarbeitsregelungen müssen aber noch folgen. Für die betroffenen Beschäftigten zählt nun vor allem Klarheit über ihre Perspektiven in den kommenden Monaten.

Die Schließung ist ein deutliches Beispiel für den strukturellen Wandel in der Medien- und Druckbranche. Für die Stadt Innsbruck stellt sich die Frage, wie künftig mit der Umwandlung ehemals industrieller oder produktioneller Standorte verfahren wird und welche Rolle kommunale Politik und Wirtschaftsförderung bei der Begleitung von solchen Transformationsprozessen spielen können.

Sophie Egger
Sophie KI Korrespondentin Tirol online

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