Flugbewegungen, Lärm und Transparenz
Der Flughafen Innsbruck stellt ab sofort mit WebTrak eine öffentlich zugängliche Online-Plattform bereit, die Flugspuren und die dazugehörigen Lärmdaten für die Region Innsbruck dynamisch verknüpft. Nutzer:innen können auf einer interaktiven Karte Flugrouten mit einer Zeitverzögerung von rund einer Stunde verfolgen und zu einzelnen Flügen detaillierte Angaben abrufen — etwa Flugnummer, Flugzeugtyp, Luftfahrzeugkennzeichen, Flughöhe und Flugrichtung.
Das Besondere an WebTrak ist die direkte Verbindung dieser Flugspuren mit Messwerten von drei Lärmmessstellen, die vom Land Tirol betrieben werden. Damit sollen die visuellen Flugdaten mit real gemessenen Schallereignissen in der Stadt und im Umland zusammengeführt werden, um die Diskussion um Fluglärm evidenzbasiert zu führen.
Standorte der Messstellen und Datenherkunft
Die drei Messstellen, deren Werte in WebTrak einfließen, liegen:
- am Fürstenweg in Innsbruck,
- im Stadtteil Allerheiligen,
- sowie in Völs.
Die für die Darstellung benötigten Radardaten liefert die österreichische Flugsicherung. Die Messstellen erfassen kontinuierlich Schallereignisse in ihrem Umfeld; diese Messwerte werden in WebTrak anschaulich mit den jeweiligen Flugspuren verknüpft.
| Messstelle | Ort | Erhobene Daten |
|---|---|---|
| Messstelle 1 | Fürstenweg (Innsbruck) | Kontinuierliche Schallpegel |
| Messstelle 2 | Allerheiligen (Innsbruck) | Kontinuierliche Schallpegel |
| Messstelle 3 | Völs | Kontinuierliche Schallpegel |
Absicht und Reaktionen
Flughafengeschäftsführer Marco Pernetta betont, die Plattform solle den Dialog mit der Bevölkerung rund um Flugverkehr und Fluglärm unterstützen: „Ziel ist es, die Diskussion über Flugverkehr und Fluglärm mit einer objektiven und datenbasierten Grundlage zu unterstützen.“
„Ziel ist es, die Diskussion über Flugverkehr und Fluglärm mit einer objektiven und datenbasierten Grundlage zu unterstützen.“ — Flughafen Innsbruck (Marco Pernetta)
Auch Umweltlandesrat René Zumtobel sieht in WebTrak eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Informationsangeboten des Landes. Die öffentlich zugänglichen Daten ergänzen laut Land Tirol die bereits bestehenden monatlichen Berichte zur Lärmentwicklung am Flughafen.
Was Bewohner:innen nun nutzen können
Das Portal richtet sich an Anrainer:innen, Politik und interessierte Öffentlichkeit. Praktische Nutzungsmöglichkeiten sind unter anderem:
- Nachvollziehen, ob ein hörbares Ereignis mit einer konkreten Flugbewegung korrespondiert,
- Einsehen von Flugdetails zur besseren Einschätzung der Quelle von Lärmereignissen,
- Verwendung der Datenbasis bei lokalen Dialogen oder Beschwerden.
Das öffentliche Online-Portal ist auf der Website des Flughafens unter dem Menüpunkt „Flugspuren - Flughafen Innsbruck“ bzw. über die Informationsseite „Fluglärm | Land Tirol“ abrufbar. Die Radardaten kommen von der österreichischen Flugsicherung; die Lärmdaten werden vom Land Tirol bereitgestellt. Betreiber und Land betonen, dass die Plattform die Transparenz erhöhen und Diskussionen auf eine objektive Grundlage stellen soll.
Für Innsbruck bedeutet das: Anrainer:innen verfügen nun über ein leicht zugängliches Werkzeug, um Flugereignisse und gemessene Lärmereignisse zeitlich und räumlich zuzuordnen. Wie stark dies die Wahrnehmung von Fluglärm langfristig verändert oder die Kommunikation zwischen Bevölkerung, Flughafen und Behörden verbessert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.