Feierliche Eröffnung am Brennbichl
Am vergangenen Donnerstag, dem 24. September, wurde am Imster Brennbichl das neu errichtete Wirtschafts‑ und Versuchsgebäude am Gutshof der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt (LLA) Imst feierlich eröffnet. Zur Einweihung waren neben zahlreichen Schülerinnen und Schülern auch Landeshauptmann Anton Mattle sowie Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth angereist. Ebenfalls anwesend waren Funktionäre aus der Landwirtschaft sowie Vertreter der am Bau beteiligten Sparten.
Standort, Vorgeschichte und Planung
Der Neubau steht an der Stelle des ehemaligen Schweinestalls, der 1952 in Betrieb gegangen war. Dieses bestehende Gebäude hatte über Jahrzehnte vorwiegend Zuchtaufgaben erfüllt und wurde seit dem Jahr 2000 provisorisch zur Aufbereitung und Lagerung von pflanzlichem Zuchtmaterial genutzt. Nach Einschätzung der LLA war der Altbau baufällig; das Land investierte deshalb in einen modernen Ersatzbau, der die heutigen Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Funktionalität abdecken soll.
Aufbau, Ausstattung und Schutzmaßnahmen
Das neue Gebäude bietet auf rund 930 Quadratmetern Nutzfläche Seminar‑ und Sozialräume, Arbeits‑ und Lagerräume einschließlich frostsicherer Lagerflächen für Lebensmittel sowie Schlacht‑ und Verarbeitungsräume. Auch das landwirtschaftliche Versuchswesen samt der Genbank ist im Neubau untergebracht. Damit soll sowohl die praktische Ausbildung der Schülerinnen und Schüler als auch die standortbezogene Forschung gestärkt werden.
- Fläche: ca. 930 m² Nutzfläche
- Funktionen: Seminar-, Sozial-, Arbeits- und Lagerräume, frostsichere Lager, Schlacht- und Verarbeitungsräume
- Spezialnutzung: Versuchswesen und Genbank
Bei der Planung wurde besonderes Augenmerk auf Nachhaltigkeit und Risikovorsorge gelegt. LLA‑Direktor Thomas Moritz betonte, dass sich der Neubau „behutsam in die bestehende Infrastruktur am Brennbichl integriert“ und verwies auf einen zentralen Planungsgrundsatz:
„Kein Quadratmeter Boden wurde hierfür zusätzlich versiegelt.“Außerdem seien Maßnahmen zur Minimierung der Hochwassergefahr am Brennbichl getroffen worden; hierzu zählen eine angepasste Planung und die Ausführung des Sockelgeschosses in Beton.
Bedeutung für Ausbildung und Region
Mit dem Neubau steht den Schülerinnen und Schülern der LLA Imst künftig eine zeitgemässe, funktionale Infrastruktur zur Verfügung, um Kenntnisse und Fertigkeiten in Vieh‑, Feld‑ und Ackerwirtschaft sowie bei der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte praxisnah zu vertiefen. Laut Veranstaltern können bis zu 400 Schüler am Lehrbetrieb von der neuen Einrichtung profitieren. Die Integration von Versuchswesen und Genbank soll zudem dazu beitragen, alte Landsorten zu bewahren und Erkenntnisse über ihre Widerstandsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten für die regionale Landwirtschaft zu gewinnen.
Ausblick und lokalpolitischer Kontext
Die Investition in den Gutshof reiht sich in laufende Bemühungen des Landes Tirol ein, die Ausbildungskapazitäten und die Forschung an landwirtschaftlichen Lehranstalten zu stärken. Für Imst bedeutet der Neubau eine Stärkung des Bildungsstandorts und eine Verbesserung der praktischen Infrastruktur für die nächste Generation von Landwirtinnen und Landwirten. Welche konkreten Versuchsprojekte und Sortenprogramme künftig im Neubau angesiedelt werden, soll die LLA in den kommenden Monaten detailliert vorstellen.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Eröffnung | 24. September |
| Nutzfläche | rund 930 m² |
| Vorherige Nutzung | Schweinestall (Inbetriebnahme 1952), später Lager/ Aufbereitung |
| Besondere Einrichtungen | Genbank, Versuchswesen, frostsichere Lager |
Die offizielle Übergabe markiert den Beginn eines praktischen Betriebsjahres, in dem sich zeigen wird, wie sich die neuen Räumlichkeiten auf Unterricht, Versuchstätigkeit und Zusammenarbeit mit der regionalen Landwirtschaft auswirken. Für Imst ist der Neubau am Brennbichl ein konkreter Schritt, Ausbildungsqualität und Forschung im landwirtschaftlichen Bereich zukunftsfähig weiterzuführen.