PERG. Mit einer sommerlichen Eisaktion hat die Gewerkschaft younion OÖ in der vergangenen Woche alle sechs Standorte der Alten- und Pflegeheime des Sozialhilfeverbandes (SHV) Perg besucht. Neben der Verteilung von Erfrischungen standen persönliche Gespräche mit den Beschäftigten sowie der direkte Austausch über den Arbeitsalltag im Mittelpunkt der Besuche.
Wertschätzung und Gesprächsangebot
Die Aktion war als Zeichen der Wertschätzung gedacht. Gewerkschaftsvertreterinnen und -vertreter nutzten die Besuche, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Arbeit mit älteren Menschen zu danken. Dabei hob die younion die fachliche und menschliche Belastung hervor, die mit der Pflege verbunden ist: Viele Bewohnerinnen und Bewohner leben nicht nur mit altersbedingten Einschränkungen, sondern auch mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen, was zusätzliche Anforderungen an Pflegepersonal stellt.
„Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten Tag für Tag Hervorragendes. Mit der Eisaktion wollen wir Danke sagen und zeigen, dass wir ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben“,
betont Christian Jedinger, Vorsitzender der younion OÖ.
Konkrete Themen beim Austausch
Bei den Gesprächen in den Einrichtungen wurden sowohl standortspezifische Fragen als auch allgemeine Herausforderungen des Pflegebereichs angesprochen. Im Mittelpunkt standen dabei:
- Personalmangel und dessen Auswirkungen auf Belastung und Qualität der Betreuung,
- Dienstplangestaltung und deren Vereinbarkeit mit Erholungszeiten und Privatleben,
- Zulagen und finanzielle Anerkennung für besondere Belastungen.
Die Resonanz auf die Eisaktion sei an allen Standorten sehr positiv gewesen, berichtet die Gewerkschaft. Zentralbetriebsrätin Anna Windhager betonte die Bedeutung der direkten Präsenz in den Einrichtungen:
„Es ist wichtig, regelmäßig in den Einrichtungen präsent zu sein und die Anliegen der Beschäftigten direkt aufzunehmen. Viele Themen können nur gelöst werden, wenn wir genau wissen, wo der Schuh drückt.“
Folgen für Beschäftigte und Standort
Die Aktion hat zwei Funktionen: kurzfristig bietet sie eine Willkommensgeste und Anerkennung; langfristig dient sie der Informationslage der Gewerkschaft. Durch den direkten Austausch erhalten Betriebsrätinnen und Gewerkschaftsvertreter Einblick in konkrete Probleme der Teams vor Ort. Für Beschäftigte bedeutet das die Chance, dass konkrete Anliegen wie Dienstplanfragen oder Forderungen nach Zulagen in weitere Verhandlungen einfließen.
| Maßnahme | Zweck |
|---|---|
| Eisverteilung | Symbolische Anerkennung, Gesprächsöffnung |
| Direkte Gespräche | Problemerkennung, Sammlung von Anliegen |
Für den Standort Perg als Träger und Arbeitgeber sind solche Rückmeldungen relevant, weil sie konkrete Hinweise liefern, wo bei Personalplanung, Schichtorganisation und finanzieller Anerkennung nachgesteuert werden müsste. In Zeiten, in denen Pflegefachkräfte bundesweit gefragt sind, können frühzeitige Maßnahmen an lokalen Standorten die Personalbindung stärken und Versorgungsqualität sichern.
Ausblick
Die younion kündigte an, Anliegen, die bei den Besuchen zur Sprache gekommen sind, weiter aufzunehmen. Ob und in welchem Umfang dies in Tarifverhandlungen, Betriebsvereinbarungen oder in Gesprächen mit dem Sozialhilfeverband Perg mündet, bleibt offen. Klar ist: Die Aktion hat die lokale Debatte über Arbeitsbedingungen in der Pflege im Bezirk Perg wieder sichtbar gemacht und die Frage aufgeworfen, wie Anerkennung in handfesten Verbesserungen für Beschäftigte münden kann.
Die Eisaktion hat kurzfristig Abkühlung gebracht und langfristig ein Signal gesetzt: Wertschätzung soll nicht nur symbolisch sein, sondern in konkreten Verbesserungen für Pflegende im Bezirk Perg münden.