Ein neues Wohnmodell für Kufstein
Der Wohnkomplex Clarapark im Stadtteil Weissach gilt laut Projektträger als Modell für die künftige Entwicklung des Geschosswohnbaus in Kufstein. Träger des Projekts ist die Riederbau-Gruppe, die seit 2021 das Areal entwickelt. Zentral für das Vorhaben sind die Prinzipien „Einfaches Bauen“, umfangreiche Vorfertigung und eine modulare Ausführung bis hin zur Sanitärinstallation.
Gebäudetechnik: Priorität für Warmwasser
Bei der technischen Ausstattung wurde besonderes Augenmerk auf die Warmwasserbereitung gelegt. Zum Einsatz kommen Wärmepumpen als Wärmequelle, gekoppelt mit platzsparenden IDM Hygienik-Speichern und Frischwasser-Kaskadenmodulen. Entscheidend ist die Verwendung einer Vorrangschaltung für Warmwasser bei der verschränkten Produktion von Heizwärme und Trinkwarmwasser. Laut Projektbeschreibung ist diese Vorrangschaltung wieder zugelassen und ermöglicht eine aufwandsarme sowie platzsparende Integration der Systeme.
„Ein ‚Modell für zukünftiges Wohnen‘“, nennt der Architekt Ivan Tadic den Clarapark. „Ein Statement für die Zukunft des Wohnens“, ergänzt der Teamleiter Architektur von Riederbau.
Auslegung und Energieeffizienz
Statt allein nach der ÖNORM H7500 auszulegen, hat Riederbau für einen Baukörper des Projekts eine Simulationsberechnung vorgenommen. Diese Simulation ermöglichte eine um 35 Prozent geringere Heizleistung im Vergleich zur normbasierten Auslegung, so die Projektunterlagen. Durch die reduzierte Heizlast konnten die Wärmepumpen kleiner dimensioniert werden, was sowohl Investitions- als auch Flächenbedarf verringert.
- Wärmequelle: Grundwasser (Nutzung vorgesehen)
- Speichertechnik: IDM Hygienik Pufferspeicher mit Frischwasser-Kaskadenmodulen
- Systemstrategie: Vorrangschaltung für Trinkwarmwasser, verschränkte Produktion von Heizung und Warmwasser
Systematisierung, Vorfertigung und nachhaltige Perspektiven
Die modulare und vorgefertigte Bauweise verfolgt das Ziel, Prozesse zu systematisieren und Effizienzgewinne in Planung und Ausführung zu erzielen. Riederbau betont den Wunsch, städtebauliche Überlegungen, Grundrisse und Freiräume frühzeitig zu verzahnen – von der ersten Skizze bis zur Detailplanung. Die gedachte Systematik der Gebäudetechnik korrespondiert mit dem modularen Bauansatz, sodass Installationen vorproduziert und auf der Baustelle schneller montiert werden können.
Konsequenzen für Bewohner und Planung in Kufstein
Für zukünftige Bewohner bedeutet die gewählte Technik geringeren Platzbedarf für Haustechnikräume und eine kompaktere Anlagenlösung. Die Kombination aus effizienter Simulation bei der Auslegung und kleineren Wärmepumpen kann langfristig niedrigere Betriebs- und Investitionskosten bedeuten. Aus Sicht der kommunalen Planung bietet das Projekt einen Referenzfall für eine mögliche Standardisierung im Geschosswohnbau: sowohl hinsichtlich Flächennutzung als auch bei der Integration von dezentralen Wärmeerzeugern.
| Aspekt | Konkrete Lösung im Clarapark |
|---|---|
| Auslegung | Simulationsberechnung statt rein normbasierter Dimensionierung (ÖNORM H7500) |
| Wärmequelle | Grundwasser |
| Warmwasser | IDM Hygienik Pufferspeicher, Frischwasser-Kaskadenmodule, Vorrangschaltung |
| Bauweise | Modulare Vorfertigung bis zur Sanitärinstallation |
Das Projekt demonstriert, wie technische, ökonomische und städtebauliche Überlegungen miteinander verknüpft werden können. Ob sich die gewählten Konzepte im Alltag bewähren und als Vorbild für weitere Projekte in Kufstein dienen, wird von der Umsetzung und den Betriebswerten abhängig sein. Riederbau stellt den Clarapark jedoch bewusst als Versuchsfeld für zukünftige Standards im Wohnbau dar.
Für die Leserschaft in Kufstein bleibt besonders interessant, wie die praktische Umsetzung der Vorrangschaltung für Warmwasser, die Nutzung von Grundwasser als Wärmequelle sowie die verkleinerten Anlagendimensionen langfristig den Wohnkomfort, die Betriebskosten und den Flächenbedarf beeinflussen werden.